Heutzutage gehören Hitzewellen zu den grössten physikalischen Klimarisiken, denen Unternehmen in Europa ausgesetzt sind. Die Häufigkeit, Dauer und Intensität extremer Hitzewellen nehmen mit dem Anstieg der Durchschnittstemperaturen zu. Erfahren Sie, welchen Einfluss dies auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen hat.

Heute zählen Hitzewellen zu den bedeutendsten physischen Klimarisiken für Unternehmen in Europa. Mit steigenden Durchschnittstemperaturen nehmen Häufigkeit, Dauer und Intensität extremer Hitzeperioden zu. Diese wirken sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen aus.
Während viele Organisationen ihre CO2-Emissionen erfassen und Reduktionsziele definieren, werden die finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die eigene Geschäftstätigkeit oft unterschätzt. Dabei können Hitzewellen erhebliche Kosten verursachen, beispielsweise durch sinkende Produktivität, höhere Energiekosten für Kühlung, Lieferkettenstörungen und krankheitsbedingte Ausfälle.
Ein eindrückliches Beispiel für die wirtschaftlichen Folgen physischer Klimarisiken lieferte der Schienenfahrzeughersteller Stadler im Jahr 2024. Innerhalb weniger Monate wurde das Unternehmen gleich mehrfach von extremen Wetterereignissen getroffen. Überschwemmungen in Valencia sowie Unwetter im Wallis und in Niederösterreich beeinträchtigten die Produktion erheblich und führten zu Verzögerungen in den Fertigungsprozessen. Infolge dieser Ereignisse musste Stadler seine Geschäftsprognose nach unten korrigieren und rechnete mit einer um bis zu zwei Prozentpunkte niedrigeren EBIT-Marge. Der Fall zeigt deutlich, dass physische Klimarisiken längst keine abstrakte Zukunftsgefahr mehr sind, sondern bereits heute direkte finanzielle Auswirkungen auf Unternehmen haben: Von Produktionsausfällen über Lieferverzögerungen bis hin zu spürbaren Einbussen bei der Profitabilität. Quelle: Stadler passt Guidance an - Bahnonline.ch
Physische Klimarisiken beschreiben die direkten Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen, Gebäude, Mitarbeitende, Infrastruktur und Lieferketten.
Zu den wichtigsten physischen Klimarisiken gehören:
Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse müssen viele Unternehmen künftig bewerten, welche Auswirkungen solche Klimarisiken auf ihr Geschäftsmodell haben können.
Untersuchungen zeigen, dass oberhalb von 30 °C die Arbeitsleistung mit jedem weiteren Grad Celsius um rund 3 % zurückgeht. Gleichzeitig erhöht sich der Energiebedarf für Klimatisierung und Kühlung, wodurch die Energiekosten durchschnittlich um etwa 1,2 % pro zusätzlichem Grad ansteigen.
Die Folgen beschränken sich jedoch nicht auf einzelne Unternehmen. Auch die öffentlichen Haushalte geraten unter Druck. Sinkende Wirtschaftsleistung führt zu geringeren Steuereinnahmen, während gleichzeitig die Ausgaben beispielsweise für das Gesundheitswesen, die Instandhaltung der Infrastruktur und soziale Sicherungssysteme steigen. In Deutschland verschlechtert sich die Haushaltslage infolge extremer Hitze im Durchschnitt um rund 0,9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr. Im internationalen Vergleich fällt diese Belastung zwar geringer aus als in Ländern wie Frankreich oder Italien, dennoch zeigt sich deutlich: Mit zunehmenden Hitzewellen schrumpft der finanzielle Handlungsspielraum des Staates (Quelle: allianz-trade.de).
Besonders betroffen sind:
Ein Unternehmen beschäftigt 100 Mitarbeitende mit durchschnittlichen jährlichen Personalkosten von CHF 90'000. Gesamte Personalkosten pro Jahr: CHF 9 Mio. Bei einer Produktivitätseinbusse von nur 10 Prozent während zehn Hitzetagen entstehen bereits Kosten von rund: CHF 35'000 bis CHF 50'000 pro Jahr. Dabei sind Folgekosten durch Fehler, Verzögerungen oder Qualitätsmängel noch nicht berücksichtigt.
Während einer Hitzewelle steigt der Energieverbrauch vieler Unternehmen deutlich an.
Typische Ursachen sind:
Insbesondere energieintensive Betriebe können während längerer Hitzeperioden erhebliche Mehrkosten verzeichnen.
Hitze stellt auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Mögliche Folgen sind:
Die Folge sind höhere Krankheitsquoten und sinkende Leistungsfähigkeit. Für Unternehmen entstehen dadurch Kosten durch:
Besonders betroffen sind Mitarbeitende im Aussendienst, auf Baustellen oder in Produktionshallen.
Hitzewellen betreffen nicht nur einzelne Standorte, sondern ganze Wertschöpfungsketten.
Mögliche Auswirkungen:
Gerade Unternehmen mit globalen Lieferketten sollten physische Klimarisiken daher auch bei ihren Lieferanten analysieren.
Viele Gewerbe- und Bürogebäude wurden für ein deutlich kühleres Klima geplant.
Die Folgen:
Was heute als Komfortproblem erscheint, kann sich künftig zu einem erheblichen finanziellen Risiko entwickeln.
Somit gewinnt die Analyse von Klimarisiken an Bedeutung. Unternehmen sind gut beraten künftig folgendes zu bewerten:
Hitzewellen sind dabei eines der am häufigsten genannten physischen Risiken in Europa.
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