Klimaschutzprojekte sparen CO2 durch eine Massnahme an einem Ort auf der Welt ein.
Jetzt Klimaschutzprojekt unterstützenUm die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit sicherzustellen haben Klimaschutzprojekte verschiedene Standards und Zertifizierungen. Die gängigen Standards im Markt für freiwillige CO2-Kompensation sind nachfolgend beschrieben.
Der Clean Development Mechanism (CDM) wurde ursprünglich im Rahmen des Kyoto-Protokolls etabliert, um Emissionsminderungsprojekte in Entwicklungsländern zu fördern. Mit dem Ende der Kyoto-Verpflichtungsperiode befindet sich der CDM in einer Übergangsphase: Seit 2021 werden keine neuen Projekte mehr unter dem alten CDM-Regime registriert. Bestehende Projekte und deren zertifizierte Emissionsreduktionen (CERs) werden nun schrittweise in den neuen Mechanismus nach Artikel 6.4 des Pariser Abkommens überführt.
Bisher unterstand der Mechanismus dem CDM Executive Board (EB) der UNO-Klimakonvention. Zukünftig wird die Aufsicht durch das neue "Article 6.4 Supervisory Body" übernommen, welches die strengeren Kriterien des Pariser Abkommens (Vermeidung von Doppelzählungen) sicherstellt.
Weltweit wurden über 7'800 Projekte in Entwicklungsländern registriert. Die Bandbreite umfasst 15 Sektoren, darunter erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Aufforstung sowie Projekte in Industrie und Transport. Viele dieser Projekte streben derzeit die Migration in den neuen globalen Kohlenstoffmarkt an.
VCS, Verified Carbon Standard, Verra oder VCS ist der weltweit am meisten verwendete Standard zur freiwilligen CO2-Kompensation. VCS bestitzt daher eine grosse Marktrelevanz, besonders im Bereich Vermeidung von Entwaldung.
Emissionsminderungsprojekte aus 15 Projekttypen, unter anderem erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Aufforstung und Wiederaufforstung und Landwirtschaft, Industrie und Transport und sonstiges
Plan Vivo wurde 1994 in Chiapas in Mexiko gegründet, um die Situation der lokalen Bevölkerung im ländlichen Mexiko durch gemeinschaftliche Land- und Forstwirtschaft zu verbessern. An Plan Vivo Projekten haben sich Zehntausende von Kleinbauern beteiligt und unterstützen Dorfgemeinschaften ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen, das Klima und Ökosysteme zu schützen. Bis März 2017 wurden im Rahmen diverser Projekte unter anderem über 138'000 Hektare Wald geschaffen und erhalten.
Wiederherstellung und Rehabilitation von Ökosystemen, Prävention von Ökosystem- Umwandlung, verbessertes Flächenmanagement
Der Goldstandard wurde vom WWF und weiteren Umweltverbänden (Heli International und SouthSouthNorth) in 2003 gegründet. Zu den Umweltaspekten kennzeichnet der Goldstandard zusätzliche soziale Ziele der UN zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen aus. Er gilt weltweit als strengster Zertifizierungsstandard da neben der Zusätzlichkeit der Klimaschutzprojekte zahlreiche weiter Kriterien erfüllt werden, die eine nachhaltige Entwicklung in den Projektländern sicherstellen soll. Der Goldstandard zertifiziert sowohl Klimaschutzprojekte auf Verpflichtungsmärkten wie auch solche für freiwillige Märkte.
Projekttypen: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Aufforstung/Wiederaufforstung, klimaschonende Landwirtschaft, verbesserte Waldwirtschaft
ISO 14064: Die ISO 14064 ist ein internationaler Standard für das Management von Treibhausgasemissionen. Sie umfasst die Messung, Überwachung und Verifizierung von Emissionen sowie die Erstellung von Inventaren und die Berichterstattung.
Der Climate, Community and Biodiversity Standard ist ein viel genutzter Zusatzstandard im freiwilligen Markt Hierbei untersucht der Zusatzstandard den Gesamtnutzen eines Projektes über die reinen Emissionsreduktionen hinaus mit speziellem Fokus auf den Erhalt der Artenvielfalt und die sozialen Auswirkungen in der Projektregion. Dieser Zusatzstandard findet vor allem bei Forst- und Landwirtschaftsprojekten seine Anwendung. Climate, Community and Biodiversity Standard kann nur in Kombination mit einem Standard, in der Regel VCS, Anwendung finden bzw. kann einem Zertifikat/Projekt hinzugefügt werden.
Auch der Social Carbon Standard ist ein sogenannter Zusatzstandard, der mit gängigen Standards kombiniert werden kann. Er hat somit keine eigene Methodologie und kann nur in Kombination mit einem anderen Standard Anwendung finden. Social Carbon Standard überprüft den zusätzlichen Beitrag einer nachhaltigen Entwicklung in der Projektregion. In sechs Kriterien werden die Auswirkungen auf die Biodiversität, auf finanzielle und natürliche Ressourcen sowie soziale Nachhaltigkeit bewertet.
Standards stellen sicher, dass Klimaschutzprojekte tatsächlich zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen und so einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Standards dienen dazu:
REDD+ ist einer der wichtigsten, aber auch am stärksten diskutierten Begriffe im Bereich der naturbasierten Klimaschutzprojekte. Es ist kein einzelner „Standard“ (wie Gold Standard oder VCS), sondern ein Rahmenwerk der Vereinten Nationen (UNFCCC).
REDD+ ist ein von den Vereinten Nationen entwickeltes Rahmenwerk zur Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung. Das Ziel ist es, den Erhalt von Wäldern in Entwicklungsländern finanziell attraktiv zu machen. Waldschutzprojekte gehören zu den wichtigsten naturbasierten Lösungen (Nature-Based Solutions), da sie neben dem Klimaschutz massiv zum Erhalt der Biodiversität und zur Unterstützung lokaler Gemeinschaften beitragen.
Hochwertige REDD+ Projekte werden heute meist nach dem VCS-Standard in Kombination mit dem CCB-Standard (Climate, Community & Biodiversity) zertifiziert. Um die Integrität weiter zu steigern, findet aktuell ein Übergang zu sogenannten jurisdiktionalen Ansätzen statt, bei denen der Waldschutz auf regionaler oder nationaler Ebene gemessen wird, um Verlagerungseffekte (Leakage) auszuschliessen.
Das ICR ist eine relativ neue Registrierungsstelle und ein Standard-Framework für Klimaschutzprojekte. Es wurde entwickelt, um den Prozess der Zertifizierung von Emissionsminderungen zu modernisieren, zu digitalisieren und zu beschleunigen.
Im Vergleich zu "Urgesteinen" wie dem Gold Standard oder VCS (Verra) setzt ICR auf einige moderne Ansätze:
Das American Carbon Registry (ACR) wurde 1996 als erstes privates freiwilliges Treibhausgasregister in den USA gegründet. Es ist eine gemeinnützige Organisation und gilt als einer der methodisch anspruchsvollsten Standards im Markt. ACR zeichnet sich durch eine starke wissenschaftliche Basis und eine Vorreiterrolle bei industriellen und forstwirtschaftlichen Klimaschutzlösungen aus.
Die Climate Action Reserve (CAR) ist ein führender Standard und ein Register für Klimaschutzprojekte, das aus dem California Climate Action Registry hervorgegangen ist. CAR ist bekannt für die Entwicklung hochspezialisierter und strenger Protokolle (Methodologien), die sicherstellen, dass Emissionsminderungen real, zusätzlich und dauerhaft sind.
MoorFutures ist ein regionaler Standard für die Wiedervernässung von Mooren in Deutschland. Die Projekte ermöglichen Unternehmen und Privatpersonen, Emissionen über den Schutz und die Renaturierung kohlenstoffreicher Moorflächen auszugleichen. Neben der CO₂-Wirkung stehen Biodiversität und Wasserhaushalt im Vordergrund.
Puro.earth ist ein auf CO₂-Entnahme spezialisierter Standard und Marktplatz. Zertifiziert werden ausschliesslich Projekte, die CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen – zum Beispiel über Biochar, Holzbauprodukte oder mineralisierte Baustoffe. Puro.earth richtet sich vor allem an Unternehmen, die über ihre eigenen Emissionsreduktionen hinaus gezielt in Removals für Net-Zero- und Beyond-Net-Zero-Strategien investieren.
