Berichterstattungspflichtig? Umsetzung von ESRS

GHG-Protokoll-konforme CO2-Bilanz. ESRS, GRI, CDP DNK-Berichterstattung. Umsetzung von ESRS und Berichterstattungspflicht.

Berichterstattungspflichtig? Umsetzung von ESRS
Kategorie
Regulierung
Letztes Update
29/1/2024

Die im Dezember 2022 beschlossene Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird in Europa um die 55'000 Betriebe direkt betreffen. Lieferanten bzw. Zulieferer von berichtspflichtigen Firmen werden indirekt betroffen sein und nachziehen müssen. Betroffene Firmen müssen ihre nicht-finanziellen in einem Nachhaltigkeitsstatement nach den European Sustainabilty Reporting Standards (ESRS) veröffentlichen. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen wie ein ESRS-konformer Bericht gelingt.

Schritt 1: Welche Berichtsstandards gibt es? Berichtsstandard wählen.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung dient dazu, Informationen über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) eines Unternehmens bereitzustellen. Es gibt verschiedene Standards und Leitlinien, die Unternehmen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten unterstützen. Hier sind einige der wichtigsten:

GRI (Global Reporting Initiative): Die GRI-Richtlinien sind international anerkannte Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie bieten eine umfassende Struktur für die Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen und ermöglichen es Unternehmen, ihre Leistung transparent darzustellen.

SASB (Sustainability Accounting Standards Board): Die SASB-Standards konzentrieren sich auf die Identifizierung und Berichterstattung über finanziell relevante ESG-Faktoren in den Bereichen, die für die jeweilige Branche am relevantesten sind. Sie helfen Unternehmen dabei, ihre ESG-Berichte besser mit den finanziellen Ergebnissen zu verknüpfen.

ISO 26000: Die ISO 26000 ist eine internationale Norm, die Richtlinien für die soziale Verantwortung von Organisationen bietet. Sie enthält Prinzipien und Leitlinien für Unternehmen, um ihre soziale Verantwortung zu definieren und zu berichten.

CDP (Carbon Disclosure Project): CDP ist eine Plattform, die Unternehmen und Städten ermöglicht, Daten zur Klima- und Umweltleistung zu erfassen, zu berichten und zu teilen. Die Berichterstattung über Klimarisiken und -chancen ist in der heutigen Geschäftswelt von zunehmender Bedeutung.

UN Global Compact: Der UN Global Compactist eine Initiative der Vereinten Nationen, die Unternehmen dazu ermutigt, Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Anti-Korruption zu übernehmen und darüber zu berichten.

IIRC (International Integrated Reporting Council): Die IIRC-Richtlinien fördern die integrierte Berichterstattung, bei der Unternehmen finanzielle und nichtfinanzielle Informationen in einem Bericht zusammenführen, um ein umfassendes Bild ihrer Leistung zu vermitteln.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist eine spezielle Initiative für Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland. Der DNK wurde von der Bundesregierung ins Leben gerufen und dient als Leitfaden für Unternehmen und Organisationen in Deutschland, um ihre Nachhaltigkeitsleistung zu erfassen und zu berichten.

EU-CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility): Die EU hat Richtlinien zur nichtfinanziellen Berichterstattung von Unternehmen eingeführt, die in der EU tätig sind. Diese Richtlinie verlangt von grossen Unternehmen, in ihren Berichten Informationen über Umweltauswirkungen, soziale Belange, Arbeitnehmerrechte und Korruptionsbekämpfung bereitzustellen.

 

Schritt 2: Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Mit Hilfe des doppelten Wesentlichkeitsansatzes werden in einem ersten Schritt die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte ermittelt. Die doppelte Wesentlichkeit umfasst die Zusammenführung von Financial Materiality (Auswirkung der Umwelt auf finanzielle Leistung) und Auswirkungen des Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt (Impact Materiality). So kann ein Unternehmen die Chance einer Nachfrage bzw. Verbrauchertrends (nach innen) befriedigen, während es gleichzeitig Umweltauswirkungen minimiert und sozialen Erwartungen gerecht wird (nach aussen).

Hier sind die beiden Aspekte der "doppelten Wesentlichkeit" im Detail:

Nach innen gerichtete Wesentlichkeit (inside-out perspective): Dies bezieht sich auf die interne Perspektive eines Unternehmens. Unternehmen sollten analysieren, wie ESG-Faktoren ihre eigenen Geschäftsaktivitäten beeinflussen können. Das bedeutet, dass sie die Risiken und Chancen im Zusammenhang mit ESG-Faktoren identifizieren und bewerten, die sich direkt auf ihr Geschäftsmodell, ihre operative Effizienz, ihre Reputation, ihre langfristige finanzielle Leistung und ihre strategische Ausrichtungauswirken könnten.

Nach aussen gerichtete Wesentlichkeit (outside-in perspective): Dies bezieht sich auf die externe Perspektive eines Unternehmens. Unternehmen sollten die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten auf die äussere Umwelt und die Gesellschaft betrachten. Sie müssen verstehen, wie sie zur Lösung globaler Nachhaltigkeitsprobleme beitragen können.

 

European Sustainability Reporting Standards (ESRS) auf einen Blick

Umwelt

NachhaltigkeitsaspektUnterpunkte
ESRS, E1KlimawandelAnpassung an Klimawandel, Eindämmung Klimawandel, Energie
ESRS, E2VerschmutzungLuft- und Wasserverschmutzung, Bodenverschmutzung, Nahrungsressourcen, Bedenkliche Stoffe
ESRS, E3Wasser- und MeeresressourcenWasserentnahme, Wassernutzung, Einleitung in Gewässer, Ozeane, Verschlechterung Wasser- Meereshabitats
ESRS, E4Biodiversität und ÖkosystemeVerlust biologischer Vielfalt, Landnutzungsänderungen, Invasive Arten, Bodenverschlechterung, Wüstenbildung, Bodenversiegelung
ESRS, E6KreislaufwirtschaftAbfall, Ressourcenutzung

Social

NachhaltigkeitsaspektUnterpunkte
ESRS, S1MitarbeiterArbeitszeit
ESRS, S2Beschäftigte in der WertschöfpungsketteAngemessene Löhne, Sozialer Dialog, Vereinigungsfreiheit, Work-Life-Balance, Gesundheit und Sicherheit, Diversität, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Datenschutz, Eingliederung von Behinderten, Massnahmen gegen Gewalt, Tarifverhandlungen, Gleichberechtigung der Geschlechter, Ausbildung und Qualifikationsentwicklung, Angemessene Unterbringung, Vielfalt
ESRS, S3Betroffene GemeinschaftenGenerell wirtschaftlich und kulturelle Rechte von Gemeinschaften inkl. besondere Rechte von Indigener Gemeinschaften.
ESRS, S4Verbraucher, NutzerInformationsbezogene Auswirkungen für Verbrauchende und/oder Endkunden

Governance

NachhaltigkeitsaspektUnterpunkte
ESRS, G1Governance, Risikomanagement und interne Kontrolle-
ESRS, G2GeschäftsgebarenLieferantenbeziehungen, Whistleblowerschutz, Lobbying, Korruption, Bestechung

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Weitere Informationen zu Themen der Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz, einschliesslich der ESG-Berichterstattungspflicht in der EU und der Schweiz, finden Sie über den zweiten bereitgestellten Link.