Der moderne Mensch rollt - aber was treibt uns eigentlich an?

Mobilität unserer Gesellschaft: der moderne Mensch rollt.

Der moderne Mensch rollt - aber was treibt uns eigentlich an?
Kategorie
Klimaschutz
Letztes Update
26/7/2016

Mobilität unserer Gesellschaft: der moderne Mensch rollt.

Seit beinahe 6000 Jahren kennt und nutzt der Mensch das Rad. Seit dieser Erfindung ist er bemüht diese geniale Methode der Fortbewegung und Lastenförderung immer weiter zu optimieren. Von der eigenen Muskelkraft über den Einsatz von Zugtieren bis hin zu Treibstoffen war es ein weiter Weg. Erst die Entdeckung und Förderung fossiler Energiequellen wie Kohle, Erdöl und Erdgas ermöglichte einen wirtschaftlichen Aufschwung wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Was uns bis etwa Mitte des vergangenen Jahrhunderts als fortschrittlichste Methode überhaupt galt, erweist sich aber längst als Boomerang. Hemmungslos und ohne jede Rücksicht auf die Folgen für die Umwelt wurden und werden Abgase in die Atmosphäre geblasen. Ein blindes Fortschrittsdenken, dass sich weder um die Zukunft des Planeten und ihrer Bewohner noch um die Erschöpfung dieser Energiequellen Gedanken machte, prägte die “goldenen Sechziger“. Feinstaub, Stickoxide, CO2-Emissionen und erhöhte Ozonwerte schienen bis dahin nicht nur für die Endverbraucher Fremdwörter zu sein, sondern auch und gerade für die Wirtschaft. Ganz vorne mit dabei war und ist die Automobilindustrie und die Treibstoffproduzenten für unser liebstes Kind.

Unser liebstes Kind – das Auto

Nicht nur das abzusehende Ende der fossilen Energiequellen Erdöl und Erdgas sind ausschlaggebend für ein Umdenken in Richtung erneuerbare Energien. So steht neben der Entwicklung von Technologien zur Nutzung von Wind, Sonne und Bio-Gasen nach wie vor der dringende Appell, auf öffentliche oder alternative Verkehrsmittel zurückzugreifen. Car-Sharing, Bus und Bahn, Velo und E-Bike ermöglichen es das eigene Fahrzeug so oft es geht in der Garage zu lassen. Eigenverantwortung und ein Umdenken der Treibstoffproduzenten in Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie tut Not in unseren Tagen und wird uns auch in Zukunft beschäftigen.

Höchste Zeit umzudenken - Power-to-Gas

Neben dem verantwortungsvollen und sparsamen Gebrauch der letzten Erdöl- und Erdgasreserven, steht uns Windkraft und Sonnenenergie in scheinbar unerschöpflicher Menge zur Verfügung. Hinzu kommen alternative Treibstoffe wie Ethanol und Fame, die schon heute Benzin und Diesel in geringen Mengen beigemischt werden. Wie aber können sie die herkömmlichen Treibstoffe ersetzen, wie effektiv und wirtschaftlich sind sie und wie schnell kommt die Entwicklung voran? Worin bestehen die Vorteile und Nachteile von Erdgas, Methangas, Biotreibstoff-, Elektro- oder Hybridantrieben gegenüber Diesel und Benzin?

Biotreibstoffe wie Ethanol und Fame für PKWs und Nutzfahrzeuge sind seit einigen Jahren schon auf dem Vormarsch. Die Notwendigkeit ihres Einsatzes zum Schutze unserer Umwelt bei gleichzeitig unvermindertem Verkehrsaufkommen ist unbestritten. Dennoch gibt es Kritik und offene Fragen zur Beimischung von diesen Biotreibstoffen in Diesel und Benzin.

Auch der Einsatz von Erdgas und Strom ist nicht gänzlich frei von Bedenken. Inwiefern aber sind diese tatsächlich berechtigt und welchen Vorteil hat uns die neue Methodik Power-to Gas zu bieten, bei der aus Strom, bzw, wiederaufbereiteten Abgasen Methangas erzeugt wird?

Erdgas/Biogas Gemisch

Der zweifellos grösste Vorteil von Erdgas ist, dass es im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen sehr sauber verbrennt. Für Langstreckenfahrten und die Betankung stark energieverbrauchender Lastfahrzeuge eignet es sich hervorragend.

Ein entscheidender Nachteil ist allerdings, dass es sich bei Erdgas ebenfalls um einen fossilen Brennstoff handelt, dessen Verfügbarkeit in absehbarer Zeit endet.
Methoden wie das Fracking, die die Förderung auch abseits grosser Gasvorkommen und in Gesteinsschichten gebundener Gase ermöglichen, aber den Einsatz von umweltschädigenden Chemikalien erfordern, sind zu Recht umstritten.

Das von Endverbrauchern oft befürchtete, erhöhte Explosionsrisiko an Tankstellen oder die Gefahr des Einatmens sind dagegen unbegründet. Selbst der Gebrauch von Erdgas in Privathaushalten ist mittlerweile so sicher, dass selbst das Kochen in geschlossenen Räumen ohne Belüftung möglich ist.

Eine weitere Variante der Gas-Nutzung in Fahrzeugen ist die Nutzung von Erdgas und Biogas als Gemisch. Durch die Vergärung und Verrottung entstehendes Biogas gilt als CO2 neutraler Energieträger und ist damit im Vergleich sauber. Sein Hauptbestandteil ist ebenso wie beim Erdgas Methan.

Bei Hybridfahrzeugen ist zudem ein Umschalten auf Benzin oder Diesel möglich. In der Schweiz fahren bereits erdgasbetriebene Fahrzeuge mit einem Biogasanteil von etwa 10%. Mit einem herkömmlichen, für diese Mischung optimierten Ottomotor ausgestattet verfügen diese Fahrzeuge zusätzlich über einen Benzintank. Eine Reichweite von 600 bis sogar 1400 km ist damit locker möglich. Nutzbar ist dieses Konzept sowohl in Kleinwagen, als auch Mittelklassewagen bis hin Lastfahrzeugen.

Gespeist aus der Steckdose- der Elektromotor

Was im Berufsverkehr heutzutage noch nicht wirklich ausgereift ist, ist für den durchschnittlichen Privatgebrauch allerdings durchaus eine Alternative: Der Elektromotor. Mit einer durchschnittlichen Reichweite von etwa 200 km ist hier der Einsatz für Kurzstreckenfahrten sicher praktikabel. Nachteilig ist hingegen, dass für Nutzlastfahrzeuge und Langstreckenfahrten der Einsatz von Elektroantrieben (noch) recht ineffizient ist. Schneller Verbrauch, langwieriges Aufladen und eine relativ geringe Reichweite machen diese sauberste aller Lösungen technisch noch verbesserungsbedürftig. Zwar ist es heute schon möglich auch leistungsfähigere Batterien einzusetzen, allerdings sind diese zur Zeit noch mit unverhältnismässig hohen Kosten verbunden. Eine Halbierung der Preise bei gleichzeitiger Verdoppelung der Leistungskraft und der Speicherkapazität bis 2020 ist bereits in Planung. Bisher müssen alle Elektrofahrzeuge, um überhaupt stets betriebsbereit zu sein, über einen zusätzlichen Benzin- oder Dieseltank verfügen. Die Idee den eigenen PKW über Nacht in der Garage an einer Steckdose aufzutanken ist zwar im Prinzip gut, aber wenig erfreulich, wenn bereits nach 200 km die Fahrt zu Ende ist und ein erneutes, stundenlanges Auftanken ansteht.

Wind und wetterfest – vom Himmel ins Netz ins Auto

Wesentliche Grundvoraussetzung für ein umweltfreundliches Fahren mit Elektroantrieb ist, dass der Strom aus Energien gewonnen wird wie Windkraftanlagen, Photovoltaik oder Solar. Wichtig ist daher die Umstellung auf erneuerbare Energien, weg von fossilen Ressourcen. Hier aber tut sich gleich das nächste Problem auf: Natürliche Energiequellen sind von natürlichen Bedingungen abhängig und so häufig auf Jahreszeiten beschränkt. Noch ist es nicht effizient möglich, aus Wind- und Sonnenenergie erzeugten Strom über einen längeren Zeitraum im Netz zu speichern. So steht zum Beispiel Strom aus Sonnenenergie vor allem in den warmen Jahreszeiten zur Verfügung, an denen man in der Regel eh viel weniger davon benötigt. Eine zukünftige Lösung könnte darin bestehen, dass auf diese Art erzeugter Strom in sogenannten Power-to Gas Anlagen in Methan umgewandelt wird. Noch geht zwar bei dieser Umwandlung von Strom zu Gas mehr als 50% Energie verloren. (Bei einer Windkraftanlage, bei der keine Energie mehr gespeichert werden kann, weil die Speicher bereits voll sind, geht allerdings 100% der Windenergie verloren.) Dennoch ist dies zurzeit unbestritten die umweltschonendste Methodik Mobilität zu erzeugen.

Um diese neue Technologie erschwinglich zu machen, wäre eine Kooperation von Automobilindustrie, Strom- und Gaserzeugern erforderlich. Hieraus könnte für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation entstehen, wenn Hersteller von Gasfahrzeugen sich bereit erklärten, die von ihren Autos verbrauchten Gase in Power-to-Gasanlagen in das Netz einzuspeisen. Auch diese Technologien stehen in ihren Anfängen schon bereit. Im Gegenzug dazu könnte der Hersteller von einer Anrechenbarkeit der CO2-Emissionen der von ihm produzierten Fahrzeuge profitieren. Für die Umsetzbarkeit dieses innovativen Modells ist allerdings zunächst noch der Gesetzgeber gefordert.
Eines ist klar - der Weg zurück zu mehr Natur erfordert wohl buchstäblich einen langen Atem. Hoffen wir, dass uns genau der in den nächsten Jahren nicht zu knapp wird und uns die Zeit noch bleibt. Bis dahin aber hat ein jeder die Steuerung für sein eigenes Fahrverhalten in der Hand und noch immer die Möglichkeit selbst erzeugte Emissionen zumindest durch Kompensationsdienstleister auszugleichen.

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