Das Unglück von Tschernobyl 1986

1986: der Super-Gau in Tschernobyl

Das Unglück von Tschernobyl 1986
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Letztes Update
14/4/2018

32 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl

Am frühen Morgen des 26. April 1986 ereignete sich in einer Kleinstadt an der Grenze zu Weissrussland der bisher grösste vorstellbare Unfall in einem Atomkraftwerk. Eine gewaltige Explosion als Folge eines ausser Kontrolle geratenen Tests sprengte das 128 Tonnen schwere Dach des Reaktors im Block 4 und verseuchte das Gebiet über unzählige Kilometer. Radioaktive Partikel gelangten zunächst in weite Teile Skandinaviens. Nachdem der Wind jedoch drehte, erstreckte sich die radioaktive Wolke über die Ukraine, den Balkan bis hin nach Italien, der Schweiz, Österreich und südliche Teile von Deutschland. Tausende Menschen und Tiere starben an der Strahlenkrankheit. Der Wald ging ein. Überlebende kämpfen zum Teil heute noch mit den Auswirkungen der Katastrophe.

Es gibt eine Reihe von Städten auf dieser Welt, deren Namen sind bis in die hintersten Regionen der Erde bekannt. Selten ist der Grund für diesen Bekanntheitsgrad positiver Natur – in der Regel sind sie durch Katastrophen natürlichen oder menschengemachten Ursprungs zu trauriger Berühmtheit gelangt. Eine von ihnen ist Tschernobyl im Norden der Ukraine. Menschliches Leben wird in der Region für Jahrhunderte nicht mehr möglich sein. Die genaue Zahl von Krebsfällen, wie Schilddrüsenkrebs und Leukämie ist bis heute nicht bekannt. Tschernobyl, Prypjat und die umliegenden Ortschaften wurden evakuiert und sind seitdem Geisterstädte. Dem Verfall preisgegeben holt sich die Natur die Strassen, Plätze und Gebäude zurück.

Prypjat

Wie sieht die Zukunft der Region aus? Welche Lehren haben wir aus der Katastrophe gezogen? Wie steht es heute um die Sicherheit von Kernkraftwerken? Problemfälle häufen sich nicht erst seit der erneuten Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Ist die Bedrohung längst überall? Mit diesen Fragen im Gepäck machen wir uns auf den Weg nach Tschernobyl.

Eine Spurensuche im Niemandsland

Am 2. März 2018 fahren wir in die Ukraine. Max ist Ingenieur. Ich bin Journalistin und Fotografin und möchte vor Ort aus erster Hand berichten. Von Kiew aus geht es weiter ins etwa 150 Kilometer entfernte Tschernobyl. Fast auf den Tag genau 32 Jahre ist es her, als der Reaktor im Block 4 des Lenin Kraftwerks am Stadtrand von Prypjat aufgrund menschlichen Versagens explodierte. Rund 400.000 Menschen aus Prypjat, Tschernobyl und dem weiteren Umkreis mussten damals evakuiert werden, weil ein Überleben in der Region durch die extreme radioaktive Strahlenbelastung unmöglich geworden war.

Geisterstädte

Zusammen mit unserem Fahrer Juri und dem Physiker Jewgeni möchten wir uns vor Ort ein Bild machen von der Geisterstadt. Der stellenweise meterhohe Schnee dämpft einen grossen Teil der gefährlichen Strahlung ab. Im Sommer sind die Werte um ein Vielfaches höher, erklärt uns Jewgeni. Da die Strahlung aber auch jetzt örtlich unterschiedlich stark ist, sind wir auf unsere Geigerzähler angewiesen. An Orten mit hoher Belastung sollte man sich auch jetzt nicht aufhalten. Gegenstände in den Häusern anzufassen oder das Wasser aus dem Fluss zu trinken, ist im eigenen Interesse strengstens verboten.

Warum aber ist das so? Was macht Atomkraft so gefährlich, dass nach einem Unfall die Strahlung tödliche Auswirkungen haben kann und Landstriche für so lange Zeit unbewohnbar werden? Wir wollen zunächst wissen, was bei der Kernspaltung, bei der die Energie frei wird, eigentlich passiert. Bei allen Fragen steht Jewgeni bereitwillig Rede und Antwort.

Kernenergie-Fluch oder Segen, wie funktioniert Nuklearenergie

Atomkraft, auch als Atomenergie, Nuklearenergie oder Kernkraft bekannt, ist nicht unumstritten. In Deutschland hat es immer heftigen Widerstand in der Bevölkerung gegen diese Form der Energiegewinnung gegeben. Nach dem Unfall in Fukushima hatte die Bundesregierung beschlossen, aus der Atomenergie auszusteigen, nachdem sie erst kurz zuvor die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke verlängert hatte.

Ende der Dreissigerjahre des vergangenen Jahrhunderts entdeckten die deutschen Chemiker Otto Hahn und Friedrich Wilhelm Strassmann die Möglichkeit, durch Kernspaltung Energie zu gewinnen. Lise Meitner fand anschliessend heraus, was dabei im Kern geschieht und warum es dabei zur Freisetzung von Energie kommt. Seit Anfang der Sechzigerjahre spielt Atomenergie eine grosse Rolle in der weltweiten Energiegewinnung. Zunächst als saubere und kostengünstige Lösung zur Herstellung elektrischen Stroms gepriesen, zeigten sich bald die Schattenseiten dieser Methode. Um zu verstehen, was Atomkraft eigentlich ist und warum radioaktives Material Energie liefern kann, ist ein kurzer Exkurs in die Welt der Physik und der Chemie notwendig:

Was die Erde im Innersten zusammenhält, sind Elemente. Alle uns bekannten Elemente bestehen aus Atomen. Das betrifft nicht nur die Erde selbst, sondern auch die sie umgebenden Planeten, Sterne und das komplette Universum. Elemente unterscheiden sich in ihrer Ordnungszahl oder auch Kernladungszahl genannt. Diese Zahl beschreibt die Anzahl der Protonen – die positiv geladenen Teilchen – im Atom. Alle Atome gleicher Ordnungszahl gehören zu demselben Element. Sie macht das Element aus. Wasserstoff als leichtestes Element hat die Ordnungszahl 1. Die Ordnungszahl beschreibt also die Anzahl der Protonen im Atomkern des jeweiligen Elements. Neben den Protonen gibt es auch ungeladene Neutronen mit ungefähr gleichem Gewicht wie die Protonen. Elektronen, die eine vernachlässigbar kleine Masse haben, schwirren um diesen Kern wie Planeten um die Sonne (Bohrsche Atommodell).

Verwendete Element in AKWs

Wichtige bekannte und häufig vorkommende Elemente sind Sauerstoff (O), Silizium (Si), Aluminium (Al) und Eisen (Fe). Sie zählen zu den sogenannten stabilen Elementen. Es gibt allerdings auch instabile Elemente. Ausnahmslos instabile Elemente sind radioaktiv. Zu ihnen zählen z. B. Plutonium, Jod, Caesium, Strontium und Uran. Dieses letztgenannte Element kommt häufig in Kernkraftwerken zum Einsatz. In Verbindung mit Gestein ist Uran ein reines Naturprodukt. Das natürliche Uran kann in Atomkraftwerken zunächst nicht genutzt werden, denn für den Einsatz in Kernreaktoren reicht die Konzentration nicht aus. Hierfür muss das zuvor feingemahlene Uran zunächst durch physikalisch-chemische Prozesse zu angereichertem Uranoxidpulver verarbeitet werden. Das Pulver wird dann zu Pellets gepresst und unter hohen Temperaturen verdichtet. Schliesslich werden die Pellets in lange Rohre, die sogenannten Brennstäbe, eingebracht. Im Verbund mehrerer solcher Brennstäbe spricht man von Brennelementen.

Produktion von Atomstrom ist sehr CO₂ arm

Nur die grössten Atomkerne eignen sich zur Kernspaltung. Bei diesem Vorgang wird Bindungsenergie frei und kann als Wärme genutzt werden, um Wasser zu erhitzen. Das hierbei erhitzte Wasser wird zu Wasserdampf. Mit dem Wasserdampf werden Turbinen angetrieben. Durch die Turbinen wird mit Generatoren Elektrizität erzeugt. Der entstehende Strom wird in das Netz eingespeist. Bei dieser Vorgehensweise entsteht keinerlei klimaschädigendes CO₂. Lediglich der Bau und der Abriss so wie die Gewinnung des notwendigen Urans verursachen Emissionen. So gesehen ist Atomkraft eine saubere Möglichkeit der Energiegewinnung. Dies ist auch das Argument der Atomkraftbefürworter.

In einem Atomkraftwerk laufen Kettenreaktionen kontrolliert ab. Höchste Schutzvorrichtungen sind notwendig, um zu verhindern, dass dabei radioaktive Strahlung austritt. Was Atomenergie so gefährlich macht, sind die Nachteile der Methode. Atomenergie kann nicht nur für friedliche, sondern auch für kriegerische Zwecke zur Herstellung von Sprengsätzen genutzt werden. Hiroshima und Nagasaki haben auf grausamste und schauerlichste Art und Weise die Auswirkungen atomarer Kriegsführung gezeigt. Aber auch bei der alltäglichen, friedlichen Nutzung ist es in der Geschichte der Atomenergie immer wieder zu Störfällen gekommen. Nicht selten ist menschliches Versagen (so wie in Tschernobyl geschehen) die Ursache. Unfälle in Reaktoren können Auswirkungen wie die einer Bombe haben.

Störfälle und Endlagerung problematisch

Störfälle, ob vom Menschen verursacht oder durch Naturkatastrophen ausgelöst (wie in Fukushima) sind nie auszuschliessen. Auch können Kernkraftwerke jederzeit Ziel terroristischer Anschläge werden. Ein weiteres grosses Problem besteht in der Endlagerung des atomaren Mülls. Das strahlende Material ist über Jahrtausende in der Lage, die Umgebung weitläufig zu verseuchen und unbewohnbar zu machen. Laut World Nuclear Association Clear fallen 12.000 Tonnen stark strahlendes Materials pro Jahr an. Dieses sicher zu entsorgen, ist nahezu unmöglich. In diesem Zusammenhang ist immer wieder von Endlagern die Rede. Darin soll das Material aufbewahrt werden, bis es nicht mehr strahlt. Eine Wunschvorstellung. Uran und Plutonium strahlen für Tausende bis Millionen Jahre. Schon geringe Mengen der Strahlung führen zu vererbbaren Genmutationen, Krebs und anderen Krankheiten, mit im schlimmsten Falle tödlichen Folgen.

Halbwertszeit von Caesium

Die Materialien haben unterschiedliche Halbwertszeiten. Als Halbwertzeit bezeichnet man die Hälfte der Strahlungsdauer bis zum Verfall. So halbiert sich die Strahlung von Caesium beispielsweise alle 30 Jahre. Umgerechnet bedeutet dies, dass ein mit Caesium verseuchtes Gebiet nach etwa 300 Jahren wieder bewohnbar wird. Es kurze Zeit zu betreten ist schon nach 30 Jahren wieder möglich. Dies ist der Grund, warum in der 30-Kilometer-Sperrzone um Tschernobyl relativ gefahrlos für gewisse Zeit gearbeitet werden kann und es im Jahr 2011 für einen geführten Tourismus freigegeben wurde.

Tschernobyl 2018 – 32 Jahre nach dem Unglück

Anfang März ist noch immer tiefer Winter in der Ukraine. Die Strassen sind nicht geräumt und an den Rändern türmt sich meterhoch der Schnee. Verkehrsschilder mit der kyrillischen Aufschrift Tschernobyl weisen den Weg ins Niemandsland. An der Grenze zur 30 Kilometer-Sperrzone werden wir von schwer bewaffneten Grenzern gestoppt. Die Einlasskontrollen und die Überprüfung unserer Papiere dauern mehr als eine Stunde. Jewgeni, der für uns auch übersetzt, erledigt das, während wir mit eingefrorenen Füssen im Wagen warten. Dann geht der Fallbaum hoch. Willkommen in Tschernobyl.

Das erste was auffällt, ist eine zu dieser Jahreszeit atemberaubend schöne Winterlandschaft. Endlose verschneite Ebenen und dichte Wälder säumen die Strasse nach Tschernobyl-Stadt. Der Himmel ist strahlend-blau und das Auge schmerzt beim Blick auf die gleissenden Schneeflächen. Max holt seine Schneebrille aus der Jackentasche. Mir bleibt nur die Augen zusammen zu kneifen. Mit Brille kann ich nicht fotografieren.

Wüsste ich nicht wo ich mich gerade befinde, könnte ich die Gegend für ein märchenhaft schönes Gebiet mit reichlich Potential für Wintertourismus halten. Frische Luft. Man hat gleich das Bedürfnis tief durchzuatmen und die Lungen mit Sauerstoff zu füllen. Wohltuend ist auch die Stille ringsum. Nichts ist zu hören. Der dicke Schnee schluckt selbst die Motorengeräusche unseres Minibusses. Die Schönheit der Landschaft weckt in mir Verständnis für die Menschen, die sich geweigert haben, sich von hier evakuieren zu lassen und wenig später zurückgekommen sind. Von der Verstrahlung wollen sie nichts hören und streiten diese sogar vehement ab. Offiziell ist das dauerhafte Wohnen für Menschen hier zwar nicht gestattet, es wird bei diesem kleinen Personenkreis jedoch geduldet.

Wegen der nicht vorhandenen Infrastruktur sind sie telefonisch mit der Tschernobyl-Zentrale verbunden; einmal in der Woche kommt ein Versorgungsbus vorbei. Ansonsten leben sie von dem, was die Natur ihnen zu bieten hat. Das Wasser aus dem Dnjepr und dem Prypjat, vor dem man uns eindringlich gewarnt hat, trinken sie seit Jahrzehnten. Das Gemüse und Obst kommt aus dem eigenen Garten. Sie führen eine uriges, auf den ersten Blick geruhsames und gemütliches Leben, das einen fast neidisch macht. Wenn nur die Gewissheit der unsichtbaren, tödlichen Gefahr nicht wäre, auf die uns das an- und abschwellende Knattern der Geigerzähler immer wieder aufmerksam macht.

Für uns ist der Aufenthalt in der Sperrzone relativ gefahrlos. Wir sind spätestens heute Abend wieder weg und wissen in jedem Augenblick welche Strahlung wir abbekommen. Natürlich werden wir heute einer enorm hohen Dosis im Vergleich zu allen anderen Tagen unseres gewohnten Lebens ausgesetzt. Allerdings: „Trinkst du eine Flasche Wodka über ein ganzes Jahr verteilt, dann merkt deine Leber nichts davon. Trinkst du aber eine Flasche in einer Stunde - das überlebst du wahrscheinlich nicht,“ sagt Jewgeni. Die Dosis macht das Gift.

Nach wenigen Kilometern erreichen wir die ersten Vororte von Tschernobyl-Stadt. Wir parken den Wagen am Rand der Strasse. Augenblicklich sind wir umzingelt von wildlebenden Hunden. Lautlos wie Phantome sind sie aus dem Wald gestürmt, sobald sie den Wagen wahrgenommen haben. Wir machen uns zu Fuss auf den Weg durch das Dickicht, das einmal ein Ort mit Wohnhäusern, Geschäften und einer Schule gewesen war.

Die Hunde begleiten uns in der Hoffnung, uns ein Butterbrot aus der Tasche ziehen zu können. Sie wirken weder verwahrlost noch abgemagert. Sie sind fröhlich und sehr zutraulich. Äusserlich scheinen sie von sibirischen Huskys abzustammen – ihr dichter Pelz schützt sie hervorragend vor den extremen Minusgraden. „Sie leben in den Ruinen und werden von den Wissenschaftlern gefüttert“, erklärt Jewgeni und streichelt einen braunen Hund mit bernsteinfarbenen Augen, der ihm regelrecht an der Hose klebt. Zwischen den Bäumen stehen verfallene Gebäude. Eingestürzte Dächer, zerborstene Fensterscheiben, verrottete Fussböden – sie zu betreten ist nicht ganz ungefährlich. Dennoch stapfen wir durch den knietiefen Schnee in den Eingängen und sehen uns vorsichtig um. Wäre Sommer und die Bäume belaubt, würde man die Häuser am Rand der zugewachsenen Strasse überhaupt nicht sehen. In der Schule nisten Vögel in den Bücherregalen. Die Natur ist zurück. An den vielen Wildtieren und Pflanzen in der Region werden regelmässig Tests durchgeführt, die die deutlichen negativen Auswirkungen der radioaktiven Bestrahlung bestätigen. Bei den hier lebenden Menschen wird es nicht anders sein.

Der Ort Tschernobyl liegt fast 20 Kilometer vom Reaktor entfernt am Stadtrand der damals 50.000 Einwohner zählenden Stadt Prypjat. Die in Plattenbauweise errichtete Stadt galt mit ihren modernen Supermärkten, Theatern und Freizeiteinrichtungen als Vorzeigesiedlung der Sowjetunion, zu der die Ukraine zur Zeit des Unfalls noch gehörte. „Dass der atomare Super-Gau weltweit als Tschernobyl bekannt wurde und daraufhin die gesamte heutige 30-Kilometer Sperrzone danach benannt wurde, ist eine Folge der Verschleierungstaktik der russischen Behörden zu jener Zeit. Die radioaktive Wolke zog nach der Explosion in Richtung Skandinavien, wo die erschreckenden Werte gemessen wurden. Am 27.04.1986 informierte Schweden die Weltöffentlichkeit und diagnostizierte anhand der Windrichtung als Ort der Ursache die Region um eine der ältesten Siedlungen in der Ukraine – Tschernobyl“, berichtet Jewgeni.

Seit 2011 wohnt er wie hunderte weitere Wissenschaftler in der Zone und begleitet bei angemeldeten Führungen Besucher durch die Region. Er lebt hier jedoch nicht dauerhaft, sondern jeweils nur für wenige Tage. Permanentes Wohnen ist wegen der hohen Strahlenbelastung nach wie vor unmöglich. Nach maximal zwei Wochen muss auch er zurück nach Kiew um sich für mehrere Wochen zu erholen bevor der nächste Einsatz startet. Die Biologen, Physiker und Chemiker bewohnen während ihrer Aufenthalte die instandgehaltenen Gebäude am Rand der Sperrzone, wo die Strahlung nicht mehr ganz so hoch ist. Woher der Strom hier stammt? Jedenfalls nicht aus Tschernobyl. Zwar wurden die anderen Blöcke des Lenin-Kraftwerks nach dem Unfall wieder in Betrieb genommen – heute aber steht das Werk endgültig still. Eine erklärende Antwort bekommen wir nicht.

Wie kam es zum Super-Gau?

Ein bestehendes Kernkraftwerk kann niemals abgeschaltet werden

Ein bestehendes Kernkraftwerk kann niemals wieder abgeschaltet werden. Selbst dann nicht, wenn es keine Elektrizität mehr produziert. Für die Kühlung und die technische Überwachung der Anlage ist Elektrizität stets erforderlich, um ein Überhitzen der Anlage und daraus sich ergebende Störfälle zu verhindern. Dieser Strom wird in der Regel vom öffentlichen Energieversorgungsnetz bereitgestellt. Da es aber aus verschiedenen Gründen jederzeit zu einem unkontrollierten Ausfall des Stromnetzes kommen kann, ist unbedingt sicherzustellen, dass ein Atomkraftwerk auch aus eigener Kraft in der Lage ist, durch Notstromaggregate Kühlung und technische Überwachung lückenlos zu garantieren. Natürlich verfügt jedes Atomkraftwerk über solche Notstromaggregate. Sie benötigen allerdings eine gewisse Zeit um anzuspringen und effektiv ihre Aufgabe zu übernehmen.

Reaktor im Block 4 stand vor einem Test

Dem Reaktor im Block 4 in Tschernobyl standen Wartungsarbeiten bevor. Bei der dazu erforderlichen Abschaltung der Turbinen sollte demonstriert werden, dass die Rotoren bis zu ihrem Stillstand in der Lage seien, für eine halbe bis ganze Minute Strom zu produzieren bis die Notstromaggregate anspringen würden. Im Falle des Reaktors in Tschernobyl hätte dieser Test bereits drei Jahre vorher durchgeführt werden müssen.

Dieser Test, der den Komplettausfall der externen Stromversorgung simulieren sollte, war Auslöser einer Reihe von menschlichem Versagen, die letztendlich zum Unglück führten. Anatoli Stepanowitsch Djatlow war Leiter des Versuches, bei dem nachgewiesen werden sollte, dass auch bei einem externen Ausfall der Stromversorgung die Anlage aus eigener Kraft in der Lage wäre, eine vollständige Abschaltung des Reaktors herbeizuführen.

Reaktoryp RBMK 1000

Bauartbedingt war der Reaktor vom Typ RBMK – 1000 dazu aber nicht in der Lage. Im niedrigen Leistungsbereich zeigt dieser Graphit-moderierte Reaktortyp instabiles Verhalten. Kommt es zu einer Leistungssteigerung oder zum Druckverlust im Reaktor, so bilden sich Dampfblasen, die die Absorption der Neutronen im Kühlwasser verringert. Die Moderationswirkung des Graphits im Reaktor allerdings bleibt konstant. Damit erhöht sich die Reaktivität in Reaktoren dieses Typs, der nur in der Ukraine und in Litauen gebaut worden war. Man spricht von einem stark positiven Void-Koeffizienten. Ist der Void-Koeffizient negativ, wie bei den meisten anderen Reaktoren, deren Kühlwasser gleichzeitig die Rolle der Moderation übernimmt, so verringert sich bei diesen bei einer Dampfbildung die Reaktivität. Eine unkontrollierbare Überhitzung ist dadurch ausgeschlossen.

Im Falle des Reaktors in Prypjat war der Kernbrennstoff bereits in fortgeschrittenem Masse abgebrannt. Das automatische Sicherheitssystem überwachte die Einhaltung der Reaktivitätsreserven, deren Minimalwert bereits lange vor Beginn des Versuches deutlich unterschritten waren, nicht mehr. Die notfallmässige Abschaltung des Reaktors hätte schon zu diesem Zeitpunkt längst erfolgt sein müssen. Hinzu kam ausserdem, dass die Mannschaft die Sicherheitssysteme einfach ausgeschaltet hatte, um im Falle einer notwendig werdenden Wiederholung, den Versuch erneut durchführen zu können. Die automatischen Sicherheitssysteme hätten höchstwahrscheinlich die Abschaltung des Reaktors ausgelöst und damit die Katastrophe verhindert. Zudem führte eine Verschiebung um etwa 12 Stunden dazu, dass das Verhalten des Reaktors zunehmend unübersichtlicher und damit unberechenbarer wurde. Das Unglück war vorprogrammiert.

Test gerät ausser Kontrolle

Von den ersten Vorbereitungen des Tests gegen 1:06 Uhr am Freitag, dem 25. April 1986 bis zur Notabschaltung des Reaktors durch den Schichtleiter Alexksandr Akimov um 1:23 Uhr des Folgetages, vergingen mehr als 24 Stunden voller fataler Fehlentscheidungen. Als endlich der Havarieschutz eingeschaltet wurde, war es viel zu spät. Die verantwortlichen Operatoren hatten Sicherheitsvorschriften in grob fahrlässiger Weise ausser Acht gelassen. Infolgedessen kam es zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der letztendlich in den frühen Morgenstunden des 26. Aprils 1986 die Explosion des Blocks 4 zur Folge hatte. Die Druckröhren zerbarsten, das Zirkonium in der Ummantelung der Brennstäbe und das Graphit der Köpfe auf den Brennstäben reagierten mit dem heissen Wasserdampf. Mengen von Kohlenmonoxid und Wasserstoff entwichen. Im Reaktor bildete sich ein hochexplosives Gemisch, das sich entzündete.

In einer gewaltigen Explosion wurde am frühen Morgen des 26. April das 128 Tonnen schwere, als biologisches Schild bezeichnete Dach des Reaktorkerns von Block 4 wie ein Pappdeckel weggesprengt. Die hochradioaktiven Graphitköpfe verteilten sich dabei in der Umgebung. Das im Reaktor befindliche Uran verflüssigte sich durch die enorme Hitzeentwicklung, ergoss sich als Lava-ähnliche Masse bis in die unteren Stockwerke der Anlage und verband sich zum Teil mit dem Beton. 250 Tonnen Graphit verbrannten während der kommenden zehn Tage unter freiem Himmel. Radioaktives Material wurde dabei freigesetzt und verteilte sich in einer Wolke gigantischen Ausmasses mit der Windrichtung über Tausende von Kilometern.

8 Millionen Menschen betroffen!

Vom radioaktiven Niederschlag, auch Fallout genannt, waren etwa 8 Millionen Menschen in Weissrussland, Russland und der Ukraine betroffen. Sie alle ahnten zunächst nichts. Es kam zu einem rasanten Anstieg von Krebserkrankungen, wie Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs und Leukämie. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Katastrophe ist zwar bis heute nicht wissenschaftlich belegbar, allerdings sehr wahrscheinlich.

Der Kindergarten von Kopachi: 32 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl

Während Jewgeni berichtet und wir gebannt zuhören, bahnen wir uns einen Weg über die ehemalige breite Durchgangsstrasse. Sie ist längst zugewachsen und schmal wie ein Feldweg. Die Hunde begleiten uns auf Schritt und Tritt und versuchen immer wieder ihre Nasen in die Jackentaschen zu schieben. Manche Holzhäuser entlang der Strasse sind in der Woche nach der Explosion gezielt zum Einsturz gebracht worden, um zu vermeiden, dass sie Feuer fangen würden. Nichts wäre in der Situation schlimmer gewesen, als weitere Brände, durch die die Strahlung sich erneut hätte ausbreiten können.

Auch die meisten stehen gebliebenen Häuser sind mittlerweile verfallen. Wir betreten einen Laden mit eingestürztem Dach. Die Kühltheke steht noch an der hinteren Wand, aber wir wagen es nicht über den kaputten Boden näherzukommen. „Passt gut auf, wo ihr hintretet“, hat Jewgeni gesagt. Als wir an der Kirche vorbeikommen, deren Dach noch immer golden strahlt, kommen weitere Hunde aus dem Portal gelaufen und gesellen sich ebenfalls zu uns. Juri wartet mit dem Wagen am Ende der Strasse und lädt uns wieder ein. Wir fahren in die Stadtmitte und weiter zum Kindergarten der Ortschaft Kopachi.

Immer noch sehr hohe Strahlenbelastung

Vor dem Eingang schnellt der Geigerzähler auf 15 Mikrosievert hoch. Wir sind erschrocken, aber Jewgeni lacht nur: Wir haben Winter und die dicke Schneeschicht hält einen grossen Teil der Strahlung ab. Im Sommer steigen die Werte locker auf das Fünffache. In den Gebäuden aber darf wegen der starken Kontamination nichts berührt werden. So war die Natur die Einzige, die in den vergangenen drei Jahrzehnten hier gewirkt hat. Keine Menschenhand hat nach dem überstürzten Aufbruch aufgeräumt, etwas verrückt oder beiseitegeschafft. Die hölzernen Böden und Decken sind morsch und teilweise eingebrochen.

Die Stille ist unwirklich. Die Fensterscheiben sind zerschlagen. Eisiger Wind und etwas Schnee dringt die Räume, in denen einstmals fröhlicher Kinderlärm zu hören, gewesen sein muss. Spielsachen liegen verstreut herum. Ein Turm aus bunten Klötzchen steht noch immer. Der Wind bläst einen Ratgeber für junge Mütter aus dem Regal. Man meint, die Schatten der Menschen noch wahrzunehmen. Gerade das macht die Atmosphäre bedrückend und geradezu gespenstisch. Wie Mahnmale sitzen halb nackte Puppen mit schmutzigen Gesichtern und leeren Augenhöhlen in kahlen, verstaubten Kinderbettchen. Ihre Blicke sind anklagend. „Seht uns an“, scheinen sie zu sagen: „Wir sind die stummen Stimmen der Geister, die ihr rieft! Wir waren die Lieblinge von Kindern, denen ihr die Lebensgrundlage genommen habt.“ Hier wird man unangenehm dazu ermahnt, das eigene Energie-Konsumverhalten zu hinterfragen.

Farbe und Putz bröckelt von den Wänden, die Böden sind marode und jeder Schritt kann im Keller enden. In der kleinen Kochnische wurde offenbar bis zur plötzlichen Evakuierung noch Essen zubereitet. In geöffneten Dosen sind mumifizierte Lebensmittelreste zu sehen. In den Regalen des Büros sind Vogelnester. Durch die zerborstenen Fensterscheiben dringt lautlos und beinahe tröstlich ein wenig weisser Schnee in die Räume. Tschernobyl fordert sämtliche Emotionen heraus. Beklemmung in den verwahrlosten Gebäuden, die noch eben belebt zu sein schienen und nun verlassen sind und im Gegensatz dazu die Bewunderung für die herrliche Natur draussen.

In Prypjat lebten einst 55.000 Einwohner

Ein ähnliches Bild bietet sich uns in Prypjat. Fast 50.000 Einwohner hatte die Stadt vor der Evakuierung. Wir besichtigen einen Supermarkt, das Theater, den Freizeitpark. Wie das Skelett eines toten Sauriers steht das Riesenrad rostig inmitten hoher Bäume auf dem Platz. Nur die Gondeln wetteifern noch immer in leuchtendem Gelb mit dem Blau des klaren Himmels. Verrostet sind auch das Karussell und die Wagen im Autoscooter. Im Mai 1986 sollte der Freizeitpark eröffnet werden. Pünktlich zum Tag der Arbeit hätte es hier zur Einweihung ein grosses Fest gegeben. Sicher hatten sich viele; insbesondere die Kinder der Stadt; sehr darauf gefreut. Nun ist alles totenstill. So still, dass das plötzliche Klappern eines losen Blechs am Riesenrad uns vor Schreck zusammenfahren lässt. In den Sitzen hat nie wieder ein Kind gesessen. In den Buden nie ein Vater oder eine Mutter einen Lutscher für den Nachwuchs gekauft. Das vergangene Leben ist geisterhaft spürbar – überall in der Stadt. Es spiegelt sich heute in den gespenstigen Schatten der Supermarktregale, in den abgerissenen Kinoplakaten, in überall verstreuten Schulbüchern …

Was mögen die Menschen empfunden haben, nachdem man sie Tage später endlich mit der Wahrheit konfrontierte - lange, nachdem bereits die ganze Welt Bescheid wusste und die Menschen hier rücksichtslos verstrahlt worden waren? Zwar hatten sich in der Zwischenzeit in der Stadt Gerüchte verbreitet – ein grosser Teil der Arbeiter des Atomkraftwerkes stammte ja von Prypjat. Aber die Sowjetunion hatte bis zuletzt ihren Mantel des Schweigens über das wirkliche Ausmass der Katastrophe gedeckt.

Prypjat war eine moderne Vorzeigestadt

Am Supermarkt melden die Geigerzähler einen Hotspot. 68 Mikro-Sievert zeigen die Displays an und das Knacken der Geräte wird zu einem schrillen Dauerpfeifton. Wahrscheinlich liegt hier irgendwo einer der Graphit-Brennköpfe, die die Aufräumarbeiter damals mit Schaufeln einfach weiträumig in der Gegend verteilt hatten. Die Zeit reicht gerade um ein Foto vom Display zu machen. Hier sollten wir schnell weg. Hier kommt man innerhalb weniger Stunden an seinen Jahresgrenzwert von etwa 1000 Mikro-Sievert.

verstrahlte Materialien ausgebaut und gestohlen

Es ist kaum zu fassen, wie sorglos die Menschen seinerzeit mit der Gefahr umgegangen sind. Uns fällt auf, dass im Supermarkt viele Einrichtungsgegenstände fehlen. Auch die Fenster, Fensterbänke und Ähnliches sind fort. Wo sind sie geblieben? Jewgeni erklärt, dass kurz nach dem Unglück viele Materialien für eine Weiterverwertung einfach demontiert und mitgenommen worden sind, um sie anderswo der Wiederverwendung zuzuführen.

Die Liquidatoren von Tschernobyl

Liquidatoren helfen bei der Katastrophe von Tschernobyl

Es ist Zeit, dass wir weitergehen. Hier ist die Strahlung zu hoch um sich länger aufzuhalten. Wir laufen über Strassen und Plätze, an Hochhäusern entlang, an denen Bäume bis in die obersten Etagen hochgewachsen sind. Hagebutten leuchten in sattem Rot vor dem Schnee. Wir fahren unsere nächste Station an: das Epizentrum der Katastrophe am Lenin-Kraftwerk.

Jewgeni erzählt, wie er als Teenager die Katastrophe erlebte. Er wohnte mit seiner Familie in Kiew. Von einem Tag auf den anderen waren die Strassen der Stadt voller Militär, Panzer und Soldaten. Gleichzeitig gab es keine Busse mehr. Der öffentliche Verkehr kam vollständig zum Erliegen. Man dachte, es sei ein Krieg ausgebrochen. Die Behörden hatten ohne weitere Informationen sämtliche verfügbaren Fahrzeuge des Landes nach Tschernobyl, Prypjat und Weissrussland abgeordert, um dort Menschen zu evakuieren. Egal wohin. Frauen und Kinder zuerst. Hauptsache weg von der Unglücksstelle. Wie schlimm es war, wussten die Menschen auch bei ihrer Evakuierung nicht. Ein paar Tage, eine Woche vielleicht würden sie gehen müssen – so dachten sie und nahmen nur das allernötigste mit. Dass viele von ihnen zu dem Zeitpunkt bereits hoffnungslos verstrahlt waren, erfuhren sie erst bei Ausbruch der Strahlenkrankheit. Viele zurückgelassene Haustiere fanden in den kommenden Tagen einen qualvollen Tod in Folge des Fallouts.

Liquidatoren und Ersthelfer waren sich des Risikos nicht bewusst

Auch die Ersthelfer verkannten das hohe Risiko. Viele wollten es auch einfach nicht wahrhaben – irgendjemand musste die Arbeit ja machen. Es liegt wohl in der menschlichen Natur, sich an Zustände, welcher Art auch immer, schnell anzupassen und zu gewöhnen. So verlor für viele Ersthelfer die Gefahr nach einigen Tagen ihren Schrecken. Radioaktivität ist schliesslich nicht sichtbar wie ein gefährliches Tier. Dennoch berichteten viele von unerträglichen Kopfschmerzen schon während der Arbeit, Herzrasen und einem bleiernen Geschmack im Mund - Schmerzen, die sie im Wodka zu ertränken versuchten.

Aus allen Teilen der damaligen Sowjetunion wurden hunderttausende Arbeiter nach Prypjat geholt, um die Unglücksstelle aufzuräumen und einen ersten Mantel aus Blech und Beton über dem explodierten Block 4 hochzuziehen. Liquidatoren wurden sie genannt – Beseitiger. Für viele sind sie zu Helden geworden. Zu tragischen Helden, die während ihres Einsatzes oft nicht einmal ahnten, welcher tödlichen Gefahr sie ausgesetzt waren. Es ist allein ihnen zu verdanken, dass die radioaktive Wolke nicht noch grösser wurde, als sie tatsächlich war.

unzureichende Schutzanzüge, über 100.000 Tote

Den Kernbrennstoff Uran, der bei der Explosion aus dem Reaktor geschleudert worden war, mussten die Arbeiter einsammeln und in den geborstenen Reaktor zurückwerfen. Einer Strahlung von unvorstellbaren 500 Sievert pro Stunde waren sie dabei ausgesetzt. Dass jeder Einsatz nur etwa 90 Sekunden dauerte, rettete die Arbeiter ebenso wenig wie ihre Gasmasken und Schutzanzüge. Drei Menschen kamen bei der Explosion zu Tode, 28 starben in den kommenden Wochen. Die Verstrahlung war so stark, dass in der Folge etwa 125.000 weitere Arbeiter verstorben sind. Auch wenn sie nach der Arbeit ihre konterminierten Schutzanzüge ablegten und aus der Reaktoranlage fahrende Autos untersucht und gewaschen wurden, brachten sie die Verstrahlung mit nach Hause in ihre Familien.

Helfer und Liquidatoren waren hoffnungslos überfordert mit der Situation

Unzählige Tonnen Blei wurden mit Lastwagen angefahren und mit Hilfe von Hubschraubern in den Reaktor fallen gelassen. Dabei stürzte auch ein Hubschrauber, der mit den Rotorblättern gegen einen Kran flog, über der Unglücksstelle ab. Die Piloten starben auf der Stelle. Um das bis in die untersten Stockwerke und den Boden unter dem Reaktor eingesickerte Uran nicht in das Grundwasser gelangen zu lassen, wurden zudem versucht einen Tunnel unter den Reaktor zu graben um an das strahlende Material zu kommen. Der Versuch misslang. Mondfahrzeuge wurde eingesetzt um die Arbeiten ferngesteuert weiter zu leiten. Die Strahlung aber setzte die Elektronik der empfindlichen Geräte in kürzester Zeit ausser Kraft.

Eine anschliessende Unterstützung gab es für die Liquidatoren wenig bis gar nicht. Zwar wurden Medikamente an die Menschen ausgegeben, die unter den unmittelbaren Folgen der Strahlenkrankheit zu leiden hatten, allerdings verteuerten diese sich im Laufe der Behandlung so eklatant, dass viele Patienten sie sich schlichtweg nicht länger leisten konnten.

Schlechte Versorgung der kranken Helfer, Kürzungen der versprochenen Leistungen für die Liquidatoren

Ich erinnere mich an Jura, einen Physiker und Freund unserer Familie, der uns in den neunziger Jahren oft in Deutschland besuchte. Auch er berichtete, nach der Katastrophe kontaktiert worden zu sein. Das zugesagte Gehalt war äusserst verlockend. Es war seine Frau Nadeshda, die vehement dagegen war, dass Jura sich nach Prypjat begab. Im Nachhinein war er froh über diese Entscheidung. “Für uns war Wodka das Allheilmittel gegen jede Krankheit. Auch vor der Strahlenbelastung. Das glaubten wir tatsächlich. Dass es sich bei den Aufräumarbeiten um die Auswirkungen eines Unfalls im Reaktor handelte, wussten wir nicht. So war uns auch die Gefahr nicht bewusst, in die ich mich begeben hätte, wenn meine Frau mich nicht zurückgehalten hätte.“

Auch die versprochenen Sozialleistungen wurden für die Liquidatoren immer weiter gekürzt und letztendlich ganz eingestellt. Zwar mussten die Aufräumarbeiter seit 2016 nach einem neu verabschiedeten Gesetz keine Steuern mehr auf ihre Renten zahlen, allerdings waren diese Invalidenrenten an sich schon so gering, dass die Betroffenen davon kaum überleben könnten. Die Steuerentlastung hielt zudem nicht lange an. Präsident Poroschenko stellte die Begünstigung kurzerhand wieder ein.

Die Helden von Tschernobyl wurden im Stich gelassen

Viele der Aufräumarbeiter von damals sind tot. Die Überlebenden kämpfen auch heute noch mit den gesundheitlichen Spätfolgen, schweren Hirnschäden, Atemwegserkrankungen und verschiedenen Krebsleiden.

Es ist Zeit, dass wir weitergehen. Hier ist die Strahlung zu hoch um sich länger aufzuhalten. Wir laufen über Strassen und Plätze, an Hochhäusern entlang, an denen Bäume bis in die obersten Etagen hochgewachsen sind. Hagebutten leuchten in sattem Rot vor dem Schnee. Wir fahren unsere nächste Station an: das Epizentrum der Katastrophe am Lenin-Kraftwerk.

Der neue Sarkophag

Der neue Sarkophag über dem explodierten Reaktor in Tschernobyl

Es hat wieder begonnen zu schneien als wir zum Reaktor fahren. Zunächst schwach, dann immer deutlicher zeichnet sich die Hülle des neuen Sarkophags vor dem Himmel ab. Wir erwarten einen extremen Anstieg der Strahlung hier in unmittelbarer Nähe des Epizentrums. Aber auch als wir vor dem Eingangstor zum Block 4 anhalten und aussteigen, bleiben die Zähler relativ ruhig. Zwischen 0,4 und 0,8 Mikro-Sievert zeigen sie an. Ein sehr niedriger Wert in der Sperrzone. Es scheint paradox. Wir haben erwartet hier der grössten Belastung ausgesetzt zu sein. Die neue, luftdichte Hülle ist aber nur einer der Gründe für die niedrigen Werte. In den Tagen nach dem Unglück ist rund um den Reaktor alles abgetragen worden was verseucht war.

Die neue Schutzhülle

Als im Jahre 2016 die Arbeit für die neue Stahlhülle, die als Sarkophag über den zerstörten Reaktor in Block 4 gesetzt werden sollte, im Bau war, galt dies als grösstes Bauprojekt der Welt. Unmittelbar nach dem Unglück war der strahlende Reaktor   mehr notdürftig als dauerhaft abgedichtet worden. Aufgrund der gebotenen Eile und der extrem hohen Belastung für die Arbeiter war ein anderes Vorgehen zunächst nicht möglich. Trotz der Verstrahlung wurden aber nach einiger Zeit sogar die anderen Blöcke zur Energiegewinnung wieder in Betrieb genommen. Heute steht das gesamte Werk endgültig still.

Die alte Abdeckung, die nach dem Unfall über den Reaktor gebaut worden war, war nicht mehr sicher. Wirklich dicht ist dieses Provisorium über der Unglücksstelle wohl nie gewesen. Der Reaktor gab im Laufe der Jahre immer mehr radioaktive Gase an die Umgebung ab. Wäre es tatsächlich zum Einsturz der bröckelnden Abdeckung kommen, hätte dies eine radioaktive Wolke zur Folge gehabt, die durch die daraus entstehende Kontamination der Umwelt zu einer neuen Katastrophe hätte werden können. Nach 30 Jahren drohte die marode Hülle aus Blech und Beton, aus der nach wie vor Cäsium-137 austrat, einzustürzen.

260 Meter breit, 165 Meter Lang und 110 Meter hoch, Kosten von 200 Milliarden Euro

Im Jahr 2016 bekam der Reaktor daher für 200 Milliarden Euro einen rund 260 m breiten, 165 m langen und etwa 110 m hohen neuen Sarkophag. Gebaut wurde die Hülle in einiger Entfernung zum Reaktor und wurde dann auf Schienen über die immer noch stark strahlende Unglücksstelle geschoben. Seit dem dichtet der als New Safe Confinement NSC bezeichnete Mantel das strahlende Material luftdicht ab. Das Projekt wurde von den G-7 Staaten und Russland finanziert. Diese neue Hülle ist weit besser als die alte, aber auch sie ist nicht für die Ewigkeit gebaut. Etwa 100 Jahre soll der neue Sarkophag halten bis auch er erneuert werden muss.

Entsorgung kostet weitere Milliarden Euro

Um das Gebiet in Tschernobyl vom radioaktiven Müll und der verseuchten Erde zu säubern, wurden von ausländischen Firmen Geräte und Technologien in Milliarden Euro Höhe bereitgestellt. In Betrieb genommen wurden sie bis heute nicht und rosten mittlerweile vor sich hin.

Die Natur heute in Tschernobyl

Die Natur heute 32 Jahre nach dem Tschernobylgau

Während wir zu Fuss querfeldein durch meterhohen Schnee stapfen, breitet sich um uns eine Landschaft aus, die so unberührt und friedlich in der Märzsonne liegt, dass es schwer vorstellbar ist, dass hier alles völlig verseucht sein soll. Kein menschlicher Laut ist zu hören. Kein Autolärm, keine Industrie. Das Wandern an der frischen Luft gibt mir enorme Energie und macht mich fast euphorisch. Ich muss mich selbst immer wieder ermahnen, nicht an den Kiefernadeln zu zupfen oder die anderen zu einer Schneeballschlacht aufzufordern. Nichts hier scheint zu den furchtbaren Bildern zu passen, die wir aus den Medien über Tschernobyl kennen...

Während die Katastrophe für die dort lebenden Menschen fatale Folgen hatte, war der Super-Gau für die Natur eine Chance, sich ein vom Menschen unbehelligtes Reservat zurückzuerobern. Zurückgelassene Haustiere verendeten anfangs qualvoll innerhalb weniger Tage. Auch die Wälder im Umkreis von 10 km² starben. Mit den Bäumen verschwanden auch viele Wildtierarten. Heute sind viele von ihnen zurück. In der Sperrzone leben sogar Tiere, die andernorts völlig verschwunden sind, wie zum Beispiel der Schwarzstorch.

Zahlreiche Mutationen

Rund drei Jahrzehnte später sind in den mittlerweile wieder hier lebenden Tieren zahlreiche Mutationen, hervorgerufen durch die Strahlung, nachweisbar. Dennoch hat sich die Natur hier ein einzigartiges Biotop geschaffen. Jewgeni erklärt uns, dass es neben den zahlreichen wilden Hunden auch Raubvögel, Wildschweine, Luchse, Wölfe, Füchse, Hirsche und Rehe gibt. Sogar ein Bär ist schon gesichtet worden. Der Wald ist nachgewachsen, bis in die Stadt hinein gewuchert. Verstrahlt ist er noch immer. Besonders der Red Forrest, ein Gebiet, über das die radioaktive Wolke nach der Explosion direkt hinweggezogen ist, ist so stark kontaminiert, dass in der ohnehin belasteten Sperrzone an seinen Rändern Hinweisschilder vor dem Betreten warnen. Unsere Geigerzähler schlagen aus und schrillen Alarm. Die Zeit reicht, um schnell ein paar Fotos zu machen, dann müssen wir uns zurückziehen.

Tierwelt kennen die Gefahren nicht

Die Tiere wissen nichts von der Gefahr, in der sie leben. Vielleicht ist das auch gut so. Neben vielen anderen Arten hat sich sogar das vom Aussterben bedrohte Przewalski- Wildpferd hier angesiedelt. Nachdem die ersten Tiere 1990 in einem als Experiment gedachten Projekt hier ausgewildert wurden, haben sich die Pferde auf etwa 100 Tiere vermehrt.

Kein Grund zur Euphorie

Ein Grund zur Euphorie ist diese Rückkehr der Natur jedoch nicht wirklich. Die Tiere produzieren weniger Nachkommen und vererben die durch die Verstrahlung erworbenen Mutationen. Es gibt Tierarten, die mit der Verstrahlung scheinbar gut zurechtkommen. Nagetiere zeigen kaum Auffälligkeiten. Vögel dagegen bilden auch äusserlich Tumore aus und haben anormal verlängerte Schwanzfedern, die das Fliegen unmöglich machen. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass es in Tschernobyl Anomalien gibt, die so an keinem anderen Ort der Erde vorkommen. Ähnliches trifft auch auf die Pflanzen zu. Die Kiefern haben viel längere Nadeln als anderswo. Die Mutationsrate ist auch bei den Pflanzen enorm hoch.

Die Entsorgung des radioaktiven Materials

Entsorgung des radioaktiven Materials

Es wird bereits dunkel, als wir uns auf den Rückweg machen. Wie vor dem Betreten der beiden Sperrzonen müssen wir auch nun wieder verschiedene Stationen durchlaufen. Nur werden diesmal nicht Pässe und Papiere geprüft, sondern unsere Kleidung auf Kontamination getestet. Ist die Belastung zu stark, müssen die verseuchten Teile abgegeben werden und werden verbrannt. Das hatten wir vorher nicht gewusst. Aber wir haben Glück und kommen „sauber“ durch jede Kontrolle. Jewgeni hat weniger Glück. Ausgerechnete seine neuen Wanderschuhe weisen eine hohe Verstrahlung auf. Möglicherweise hat er unbemerkt auf einem Stück Graphit gestanden. Waschen hilft da wenig. Auch nach dem Versuch, die Schuhe zu säubern, zeigt das Gerät eine hohe Strahlung an. Die teuren Schuhe werden zu seinem grossen Bedauern vernichtet. Aber Jewgeni weiss, dass es zu seinem eigenen Besten ist. Wirklich behalten wollen, würde er die Schuhe nun nicht mehr.

400.000 Personen mussten umgesiedelt werden

Unser Erlebnis zeigt: Viel verändert hat sich seit der Evakuierung der rund 400.000 direkt Betroffenen vor 32 Jahren nicht. Die Probleme, die die Strahlung in der Region noch immer verursacht, werden auch für die Zukunft erhalten bleiben. Die unterschiedlich stark strahlenden Materialien Caesium, Uran, Plutonium, Strontium und Jod sind auch heute noch deutlich nachweisbar. Nach der Explosion war das Nuklid Caesium 137, welches besonders leicht ist, auch im Süden von Deutschland noch zu messen. Plutonium, Strontium und Uran verbreiteten sich weniger stark. Durch die unterschiedliche Halbwertzeit der Stoffe ist die Region um Tschernobyl auch heute noch sehr unterschiedlich stark kontaminiert.

Wohin mit dem strahlenden Erbe?

Zwar haben wir bisher einen Super-Gau wie den von Tschernobyl und Fukushima nicht zu beklagen gehabt, aber auch uns machen unsere Kernkraftwerke grosses Kopfzerbrechen. Nicht nur eventuelle Unfälle sorgen für Angst, sondern ebenfalls der radioaktive Müll, der auch im Normalfall immer anfällt. Ausgediente Brennstäbe werden durch mehrfache Ummantelungen vor dem Austreten radioaktiver Strahlen gesichert. Der Witterung ausgesetzt, können diese aber mit der Zeit spröde werden und Strahlung durchlassen. Kernkraftwerke in Deutschland gelten als die sichersten der Welt – aber auch sie produzieren Müll.

Im April 1995 fand unter heftigen Protesten von Umweltschützern in Deutschland der erste Castor-Transport nach Gorleben statt, bei dem die abgebrannten Kernbrennstäbe zwischengelagert werden sollten. Die schwach bis mittelstark strahlenden Abfälle aus Medizin, Forschung, Energiegewinnung und Industrie werden ausserdem in Morsleben oder Wolfenbütten gelagert. Sicher sind diese Endlager fast nie. Immer wieder kommt es zu Rissen in den Fässern, in denen der radioaktive Müll gelagert wird und Material tritt aus. Der bei durch die Wärmeentwicklung im Innern der Fässer entstehende Hitzestau begünstigt zudem die Korrosion der Fässer. Besonders problematisch ist die Entsorgung des hoch radioaktiven Plutoniums mit einer Halbwertzeit von 24.000 Jahren, das sich ausserdem zur Herstellung von Neutronenbomben eignet.

Atomindustrie verursacht jährlich 12.000 Tonnen radioaktive Abfälle

Weltweit entstehen rund 12.000 Tonnen radioaktive Abfälle pro Jahr. Um das gefährliche Material loszuwerden wird überlegt grosse Mengen in den Ozeanen zu versenken. Durch das Salzwasser rosten die Fässer aber besonders schnell und könnten ihre gefährliche Ladung ins Wasser entlassen und von dort in Fische und andere Meeresbewohner bis hinein in die Nahrungskette und somit in den Menschen gelangen. Mehrere 10.000 Tonnen sollen schon heute allein im Nordatlantik liegen.

Ein weiterer ebenso wenig nachhaltiger Vorschlag ist das Einfrieren des Abfalls im „ewigen Eis“. Dass die Pole bereits jetzt durch die Klima-Erwärmumg abschmelzen, ist bekannt. Die Hitze des strahlenden Mülls dürfte ein Übriges tun. Die Fässer würden innerhalb kurzer Zeit wahrscheinlich ziellos im offenen Meer treiben.

Atommüllendlager und wohin mit den Abfällen?

Als Atommüllendlager zieht die Politik auch die Tiefen des Erdmantels oder sogar den Weltraum in Betracht. Auch hier sind die Lösungen aber mit hohen Risiken verbunden. So könnte eine beim Start in den Orbit explodierende Rakete eine Katastrophe vergleichbar des Super-Gaus von Tschernobyl auslösen. Für das Einlagern in den Tiefen der Erde gibt es zurzeit keine geeigneten Technologien. Voraussetzung ist dabei immer, dass kein Wasser an die Behälter gelangen kann. Zum einen müssen die Fässer vor Korrosion geschützt werden und zum anderen ist unbedingt zu vermeiden, dass Radioaktivität in das Grundwasser gelangt. Zurzeit gibt es keine dauerhaft sicheren Endlager.

Atomkraft heute

Havarien in Atomkraftwerken weltweit (Stand: 04-2018)

1952 Chalk River, Kanada; 1957 Majak, 1957 Windscale, Sellafield, Grossbritannien; 1968 Lucens, Schweiz; 1972 Santa Maria de Garona, Spanien; 1974 Leningrad, Sowjetunion; 1975 Greifswald, Deutschland; 1979 Doel, Belgien; 1979 Three Mile Island, Pennsylvania, USA; 1981 La Hague, Frankreich; 1989 Krsko, Slowenien; 1999 Tokai-Mura, Japan; 2011 Fukushima, Japan und zahlreiche weitere Beispiele zeigen: Tschernobyl ist längst nicht das einzige Werk, in dem es zu Störfällen der Stufen 0 (geringe Gefahr) bis 7 (grösste Katastrophe) gekommen ist. Die Kette von Unfällen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kernenergie, die den Atomstrom mehr und mehr in Frage stellen. Neben Bedienungsfehlern sind es Naturkatastrophen, die die Schäden hervorrufen und damit ebenso wenig kalkulierbar sind wie menschliches Versagen.

Deutschland steigt aus Atomenergie aus

Nach Fukushima hat Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2022 alle Kernkraftwerke im Lande schrittweise abschalten. Deutschland sieht einen erhöhten Handlungsbedarf trotz der Gefahr, dass es dadurch in Süddeutschland vor allem währendder Wintermonate zu Engpässen in der Energieversorgung kommen könnte. Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit den höchsten Sicherheitsstandards. Solange aber nicht alle anderen Länder mitziehen, dürften die eigenen Bemühungen wenig bringen. Zu bedenken ist auch, dass ein Atomkraftwerk zwar vom Netz genommen werden kann, dies aber nicht die Abschaltung des Werkes bedeutet. Die technische Überwachung und die Aufrechterhaltung des Kühlkreislaufes müssen für alle Zeiten weiterlaufen um das radioaktive Material im Innern unter Kontrolle zu halten.

Die Geister, die wir riefen

Goethes Zauberlehrling jammerte, nachdem er Kräfte entfesselt hatte, die zunächst hilfreich schienen, aber dann völlig außer Kontrolle gerieten: „Die Not ist gross. Die ich rief, die Geister, werd´ ich nicht mehr los.“ Ganz ähnlich ergeht es auch uns. Zu spät haben wir gesehen – sehen wollen – dass der Nutzen der Atomenergie mit furchtbaren Nachteilen verbunden ist und dass Nachhaltigkeit mit dieser Methode nicht möglich ist. Eine saubere Alternative zu den fossilen Energieträgern Erdgas, Erdöl und Kohle ist sie nicht.

Die Sonne geht unter. Ein malerischer Mond zieht über den Wäldern von Tschernobyl auf. Die Temperaturen sinken auf -21 Grad. Wir sind froh als Juri uns entgegenfährt und steigen schnell ein. Im Wagen aber ist es heiss wie in einer Sauna. Unsere Schuhe und Anoraks dampfen. Die Objektive der Kameras und die Schneebrillen beschlagen. Die Scheiben vereisen und Juri gibt Gas. Er und Jewgeni haben es eilig nach Kiew zurückzukommen, wo Frauen und Kinder auf sie warten. Wir sind müde und hungrig. Unsere Gefühle reichen von Euphorie, gestillter Neugier bis hin zu tiefer Beklemmung und einer gewissen Hoffnungslosigkeit angesichts der Zukunft unseres Planeten. Wir werfen einen letzten Blick zurück. Tschernobyl verschwindet ganz langsam im Dunkel der Nacht.

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