Unterstützen Sie das REDD+ PAZcífico Sur Projekt in Kolumbien und helfen Sie, 372’000 Hektar Regenwald zu schützen, CO2-Emissionen zu vermeiden und lokale Gemeinschaften zu stärken.

An der kolumbianischen Pazifikküste, im Departamento Nariño, liegt eines der artenreichsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Waldgebiete Lateinamerikas. Genau hier setzt das REDD+ PAZcífico Sur Projekt an: Es bewahrt knapp 372’000 Hektar tropischen Regenwald vor der Zerstörung – eine Fläche, die grösser ist als der Kanton Zürich.
Getragen wird die Initiative von 18 afrokolumbianischen Gemeinschaftsräten, sogenannten Consejos Comunitarios, die über sechs Gemeinden verteilt sind. Das Besondere: Die Menschen vor Ort sind nicht bloss Hilfsempfänger, sondern die eigentlichen Projektträger. Sie besitzen die Rechte der CO2-Senke, bewirtschaften ihr Land gemeinschaftlich und steuern die Umsetzung aller Massnahmen selbst.
Im Kern geht es darum, Treibhausgase gar nicht erst entstehen zu lassen. Würden die Wälder gerodet oder weiter degradiert, würden enorme Mengen an gespeichertem Kohlenstoff freigesetzt. Das Projekt verhindert das – und zwar im grossen Stil: Über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren sollen rund 9,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Pro Jahr entspricht das etwa 470’000 Tonnen.
Die Wälder im Projektgebiet gehören zur Chocó-Darién-Region, die unter Biologen als einer der weltweit bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots gilt. Es handelt sich um tropischen Feuchtwald im Pazifikbiom Kolumbiens – ein Ökosystem, das seinesgleichen sucht.
Neben dichten Primärwäldern und nachwachsenden Sekundärwäldern finden sich im Projektgebiet auch ausgedehnte Mangrovengürtel. Diese Mangroven sind weit mehr als Küstenvegetation: Sie binden grosse Mengen Kohlenstoff, schützen die Küste vor Erosion und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – darunter viele, die auf der Roten Liste der IUCN als bedroht eingestuft sind.
Wie viel Kohlenstoff in diesen Wäldern tatsächlich gebunden ist, zeigt der Emissionsfaktor: 543 Tonnen CO2-Äquivalent pro Hektar. Das ist ein bemerkenswerter Wert, der die enorme Speicherleistung dieser tropischen Ökosysteme verdeutlicht. Er setzt sich zusammen aus der oberirdischen Biomasse (Stämme, Äste, Blätter), dem Wurzelwerk und dem organischen Kohlenstoff im Boden.
Dieses Projekt leistet weit mehr als reinen Klimaschutz. Wer genauer hinschaut, erkennt: Hier werden Wald, Menschen und wirtschaftliche Perspektiven gleichermassen gestärkt. Die positiven Nebeneffekte – oder Co-Benefits, wie sie im Fachjargon heissen – ziehen sich durch alle Lebensbereiche der beteiligten Gemeinschaften.
Die Gemeinschaften erhalten praktische Weiterbildungen – etwa in nachhaltiger Waldwirtschaft, im Umgang mit Schädlingen oder in der Überwachung der biologischen Vielfalt. Dabei achtet das Projekt darauf, alle einzubinden: Frauen genauso wie Jugendliche und ältere Menschen. Denn Wissen, das breit verankert ist, wirkt nachhaltiger.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Frauen. Das Projekt analysiert gezielt, wer an Entscheidungen beteiligt ist – aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Alter – und schafft Räume, in denen Frauen aktiv mitgestalten können. Das ist in einer Region, in der traditionelle Rollenbilder tief verwurzelt sind, keine Selbstverständlichkeit.
Darüber hinaus investiert das Projekt in die Verbesserung der alltäglichen Lebensbedingungen. Dazu gehört der Zugang zu besserer Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und Ernährung. Gleichzeitig werden wirtschaftliche Alternativen entwickelt, die den Menschen neue Einkommensquellen eröffnen – jenseits der Abholzung.
Ökologisch betrachtet geht es um nichts weniger als den Erhalt ganzer Waldökosysteme – einschliesslich der wertvollen Küstenmangroven. Intakte Wälder regulieren den Wasserhaushalt, verhindern Bodenerosion und liefern den Gemeinschaften wichtige Waldprodukte ausserhalb der Holzwirtschaft. Damit der Wald auch langfristig geschützt bleibt, werden die Menschen vor Ort in nachhaltiger Holznutzung und Waldbrandprävention geschult.
Wirtschaftlich profitieren die Gemeinschaften auf mehreren Ebenen. Gemeinsam mit dem Projekt bauen sie nachhaltige Produktionsketten für lokale Erzeugnisse auf und verbessern deren Qualität und Vermarktung. Entscheidend ist ausserdem: Die Erlöse aus dem Verkauf der CO2-Zertifikate fliessen direkt und transparent an die beteiligten Gemeinschaften zurück. Es profitieren also jene, die den Wald tatsächlich schützen.
Den rechtlichen Rahmen bildet die kolumbianische Resolution 1447 aus dem Jahr 2018, die REDD+-Projekte auf nationaler Ebene reguliert. Das Projekt ist im staatlichen RENARE-Register eingetragen und wird nach dem Cercarbono-Standard zertifiziert – mit dreijährlichen Verifizierungszyklen.





