Scope 1, 2 & 3

Kurzdefinition

Das Greenhouse Gas Protocol unterteilt CO2-Emissionen eines Unternehmens in Scope 1, 2 und Scope 3.

Scope 1: direkte Emissionen aus eigenen Quellen (z. B. Firmenfahrzeuge, Heizungen).

Scope 2: indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie (z. B. Strom, Fernwärme).

Scope 3: alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (macht bei den meisten Firmen oft über 90 % der Gesamtbilanz aus)

Was sind Scope 1, 2 und Scope-3-Emissionen?

Das Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol) ist ein international anerkannter Standard zur Erfassung von Treibhausgasemissionen. Dieser weltweit am meisten genutzte Standard unterteilt alle CO2-Emissionen eines Unternehmens in drei Kategorien. Die Unterteilung in Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Emissionen erfasst alle Emissionen eines Unternehmens entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wer heute schon nach Scope 1, 2 und 3 bilanziert, ist auf künftige Berichtspflichten vorbereitet und schafft eine Basis für eine Klimastrategie.

Scope 1, direkte CO2-Emissionen

Sind alle direkten CO2-Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen. Dazu gehören CO2-Emissionen aus Energieträgern an dem Standort, wie Brennstoffe, Kühlmittel, Emissionen von Öfen und Heizungen und dem eigenen Fuhrpark. Diese werden direkt von Unternehmen verursacht oder kontrolliert und sind am einfachsten und schnellsten zu beeinflussen.

  • Stationäre Verbrennung
  • Mobile Verbrennung
  • Flüchtige Gase (z.B. Kältemittelleckagen bei Klimaanlagen)

Scope 2, indirekte Emissionen

Sind indirekte CO2-Emissionen, resultierend aus eingekaufter Energie. Für die meisten Firmen ist dies Strom. Weitere eingekaufte Energien beinhalten Fernwärme oder – kälte oder Wasserdampf. Scope 2 beinhaltet alle CO2-Emissionen, resultierend aus der Erzeugung der von einem Unternehmen bezogenen bzw. eingekauften Energien.

  • eingekaufter Strom
  • eingekaufte Fernwärme – kälte
  • eingekaufter Dampf

Bei der Berechnung der CO2-Emissionen von Strom wird unter zwei Methoden unterschieden: die standortbasierte Methode (location-based, Durchschnitt des lokalen Stromnetzes) und die der marktbasierten Methode (market-based, tatsächlich eingekaufter Strom mit Herkunftsnachweis). Wir empfehlen wann immer möglich, beide Werte anzugeben.  

Scope 3, indirekte vor- und nachgelagerte Emissionen

Umfasst alle weiteren indirekten CO2-Emissionen, welche mit Aktivitäten des Unternehmens verbunden sind, aber ausserhalb der direkten Kontrolle liegen. Es handelt sich bei Scope 3 um Emissionen aus der Lieferkette, welche beispielsweise durch Dienstreisen, eingekaufte Waren und Dienstleistungen sowie anderen externen Quellen entstehen. Scope 3 Emissionen werden in vorgelagerte Scope 3 und nachgelagerte Scope 3 Emissionen unterteilt. Vorgelagerte Scope 3 Emissionen haben oft mit der Bereitstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung zu tun und nachgelagerte Scope 3 Emissionen mit dem Verkauf eines Produktes oder einer Dienstleistung. Scope 3 Emissionen sind Emissionen aus Aktivitäten, welche ausserhalb der eigenen Unternehmung stattfinden und daher schwer zu beeinflussen sind. Erfahrungsgemäss machen Scope 3 Emissionen bei vielen Unternehmen den grössten Anteil aller CO2-Emissionen aus.

Vorgelagerte Scope 3 Emissionen:

  • eingekaufte Waren und Dienstleistungen
  • Investitionsgüter
  • Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten
  • vorgelagerte Transporte
  • Abfall im Betrieb
  • Geschäftsreisen
  • Pendlerverkehr Mitarbeiter
  • geleaste Anlagen

Nachgelagerte Scope 3 Emissionen:

  • nachgelagerte Transporte und Distribution
  • Verarbeitung Produkte
  • Verwendung verkaufter Produkte
  • Entsorgung verkaufter Produkte
  • geleaste Anlagen
  • Franchising
  • Beteiligungen

Gemäss GHG Protocol sind alle Scope 1 und Scope 2 Emissionen zu bilanzieren. Die Erfassung von Scope 3 Emissionen sind teilweise optional. Für eine aussagekräftige CO2-Bilanz (Corporate Carbon Footprint) ist die Erfassung der Scope 3 Emissionen unausweichlich, da diese, je nach Industrie, über 90% aller CO2-Emissionen ausmacht. Die Berechnung der Scope 3 Emissionen kann oft komplex und herausfordernd sein.

Das optimale Vorgehen für die Berechnung von Scope 3 Emissionen ist die Berechnung aufgrund von tatsächlichen Verbrauchsdaten.

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Zuletzt aktualisiert: August 2026

Wir beantworten Ihre Fragen

Frequently Asked Questions (FAQs)

Warum das für KMU bzw. Unternehmen wichtig ist?
Bei fast allen Unternehmen macht Scope 3 den grössten Teil des CO2-Fussabdrucks aus, Scope-3-Emissionen können bis 70 – 90 % aller Emissionen ausmachen. Wer nur Scope 1 und Scope 2 Emissionen erfasst, blendet somit den grössten Teil der Emissionen aus und somit auch den grössten Hebel bei der CO2-Reduktion. Zudem ist Scope 3 der Bereich, den Lieferketten-Anfragen am häufigsten einfordern, weil Ihre Scope-3-Emissionen bei ihnen selber zu den Scope-3-Emissionen zählen.
Was ist der Unterschied zwischen Scope 1, 2 und Scope 3 Emissionen?
Scope 1 sind direkt CO2-Emissionen aus eigenen Quellen (z.B. Heizung und Firmenfahrzeuge).
Scope 2 sind indirekte CO2-Emisionen aus eingekaufter Energie (z.B. Strom, Dampf, Fernwärme), diese werden ausserhalb eines Unternehmens hergestellt.
Scope 3 umfasst alle übrigen vor- und nachgelagerte CO2-Emisisonen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese werden durch eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Geschäftsreisen, der Nutzung des Produktes verursacht.
Müssen KMU Scope 3 Emissionen erfassen?
Eine direkt gesetzliche Pflicht besteht nicht. Indirekt sind KMU durch die Lieferkette oder den EU-Bezug betroffen. Wir empfehlen Scope 3 Emissionen zu erfassen.
Ist eine CO2-Bilanz vollständig ohne Scope 3?
Nein, eine CO2-Bilanz ohne Scope 3 blendet bei vielen Unternehmen den grössten CO2-Block aus, Scope 3 Emissionen machen bei Unternehmen oft 70 bis 90 % aller CO2-Emissionen aus.
Welche Kategorien umfasst Scope 3?
Scope 3 umfasst nach dem Greenhouse Gas Protocol 15 Kategorien. Total acht vorgelagerte und sieben nachgelagerte Kategorien. Die vorgelagerten haben mit der Beschaffung und Bereitstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung zu tun, die nachgelagerten mit dem Verkauf.
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