Treibhauspotenzial (Global Warming Potential GWP)

Kurzdefinition

Das relative Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder CO2-Äquivalent gibt an, wie viel eine festgelegte Menge eines Treibhausgases zum Treibhauseffekt beiträgt. Dieser Wert beschreibt die mittlere Erwärmungswirkung über einen bestimmten Zeitraum; oft werden 100 Jahre betrachtet. Als Vergleichswert dient dabei Kohlendioxid, wobei die Abkürzung CO2-eq (für äquivalent) lautet. CO2 dient dabei als Referenzwert mit einem GWP von 1. Mit diesem Konzept können bei bekannten Emissionsmengen die unterschiedlichen Beiträge einzelner Treibhausgase verglichen werden. Im Kyoto-Protokoll werden Emissionsmengen mit Hilfe der CO2-Äquivalente der einzelnen Gase bewertet und gewichtet. Diese Umrechnung ist die methodische Grundlage jeder CO2-Bilanzierung nach dem GHG Protocol, ohne CO2-eq liessen sich Emissionen aus Kältemitteln, Düngemitteln, Prozessgasen oder Verbrennungsprozessen nicht zu einer einzigen, aussagekräftigen Kennzahl zusammenführen.

Diese 7 Treibhausgase sind die wichtigsten vom Kyoto-Protokoll bzw. Greenhouse Gase Protocol erfassten Treibhausgase.

Warum das für KMU bzw. Unternehmen wichtig ist

Bei der Treibhausgasbilanzierung lauern Fehlerquellen oft im Detail, genauer gesagt beim Global Warming Potential (GWP). In Scope 1 genügen schon geringe Leckagen klassischer Kältemittel aus Klimageräten oder Prozesskühlanlagen, um die Gesamtbilanz massiv in die Höhe zu treiben, da fluorierte Gase eine tausendfach stärkere Treibhauswirkung als reines CO2 entfalten können. In Scope 3 zieht sich diese Hebelwirkung nahtlos weiter. Hier fliessen GWP-Werte direkt in die Berechnungsmodelle eingekaufter Materialien, logistischer Ketten und Entsorgungsprozesse ein. Wer an dieser Stelle mit veralteten Datensätzen rechnet oder falsche Umrechnungsfaktoren ansetzt, verfälscht das Gesamtergebnis massiv. Spätestens bei der externen Verifizierung oder im Lieferantenaudit anspruchsvoller Grosskunden fällt ein solches Zahlenwerk durch.

Standards wie das Greenhouse Gas Protocol verlangen die neueren IPCC-Werte, zur Zeit AR6, ab ca. 2029 gilt AR7.

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Zuletzt aktualisiert: September 2026

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