Mittwoch, 11. Oktober 2017

Papierverbrauch = Waldverbrauch – ein vielseitiges Problem (Teil 1)

Was hat der Wolf mit dem Toilettenpapier zu tun? Was die Tanne mit dem Taschentuch? Auf den ersten Blick wohl recht wenig – auf den zweiten Blick erschreckend viel! Der Wolf ist gerade erst in Europa zurück und schon wird ihm das Leben wieder schwer gemacht. Dabei ist es bei Weitem nicht nur die ablehnende Haltung vieler Menschen dem scheuen Raubtier gegenüber, sondern vor allem auch sein immer weiter schwindender Lebensraum. Nicht nur für Wolf, Bär und zahlreiche andere Kreaturen könnte dieser Umstand in naher Zukunft lebensbedrohlich werden. Auch der Klimawandel wird dadurch negativ beeinflusst.

 

Was das Palmöl für die Regenwälder ist, ist das Papier für die borealen Wälder.

Die Anlage von Palmölplantagen ist ein Grund für die Abholzung weiter Regenwaldflächen in Südamerika und Asien. Das ist seit langem bekannt und Verbraucher achten zunehmend auf Produkte ohne das zu Recht in Verruf geratene Öl. Weniger bekannt ist, dass auch die borealen Wälder unter der rücksichtslosen Abholzung leiden.

Als boreale Zonen oder boreale Wälder werden die neun bewaldeten Ökozonen der nördlichen Erdhalbkugel bezeichnet, deren Ausdehnungen sich größtenteils mit der kaltgemäßigten Klimazone in Nordamerika, Europa und Asien decken. Sie nehmen etwa 13 % der Landfläche der Erde ein und werden landschaftstypisch in boreale Nadelwälder (Kiefer, Fichte, Lärche, Tanne aber auch Erle, Pappel, Weide Birke), Moore und Waldtundren eingeteilt. Insbesondere in den Nadelwäldern und Mooren ist die Artenvielfalt von Tieren wegen der mangelnden Nahrungsvorkommen eher gering. Dennoch sind die borealen Zonen Heimat vieler bedrohter Vogel- und Reptilienarten, Marder, Vielfrasse, Luchse, Elche, Braunbären und Wölfe.

Aufgrund des für den Menschen unwirtlichen Klimas werden die borealen Zonen trotz der vorkommenden Bodenschätze eher wenig ausgebeutet. Eine Bedrohung ist aber der zunehmende Holzeinschlag und die Rodung weiter Flächen der Wälder.

Die Misch- und Nadelwälder der borealen Zonen sind ebenso wie die Regenwälder natürliche Kohlendioxidspeicher. Wird dieses durch Rodung und aufgebrochene Erde freigesetzt, so gelang es in die Atmosphäre und treibt die Klimaerwärmung voran. Zusätzlich entfallen durch den Kahlschlag Bäume, die Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und in Sauerstoff umwandeln. Ein einzelner Laubbaum benötigt bis zu 100 Jahren zum Wachsen. In wenigen Sekunden liegt er gefällt am Boden. Ihn zu ersetzen würde die Pflanzung Hunderter Jungbäume erfordern. Der Erhalt dieser Zonen ist für die Biodiversität und zur Eindämmung des Treibhauseffekts enorm wichtig.

Weiterlesen im Teil 2

 

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