Antlitz vor Zahlenreihe, KI
Freitag, 18. Januar 2019

Was kann künstliche Intelligenz?

Was ist künstliche Intelligenz? Definition von KI

Der Mensch bezeichnet sich gern als Krone der Schöpfung. Als solche hält er sich für das intelligenteste Lebewesen auf diesem Planeten. Je nachdem woran man Intelligenz misst, mag das richtig sein.

Wir fahren zum Mond, wir surfen in einer virtuellen Welt, die wir Internet nennen, wir erfreuen uns an einem nahezu ungebremsten Wirtschaftswachstum – alle diese Leistungen sind Resultate einer ungeheuren Geistesleistung. Warum dann fallen uns aber viel leichtere Tätigkeiten so unglaublich schwer, dass wir sie am liebsten gar nicht ansprechen mögen? Die Sicherung unserer Zukunft und die unserer Kinder und Kindeskinder ist eine dieser Dinge, vor der wir so gerne die Augen verschliessen. An dieser Stelle werden alle Eltern laut aufschreien und beteuern, nichts sei ihnen wichtiger als das Leben und das Wohlergehen ihres Nachwuchses. Die sollen es schliesslich mal besser haben als man selbst. Der Spruch ist alt. Er stammt aus einer Zeit, als man sich noch mächtig ins Zeug legte, um Erspartes auf die hohe Kante legen zu können. Für später; für die Kinder. Da ging es wirklich noch um materielle Dinge. Davon hatte man nämlich noch nicht so viel. Heute haben wir alles im Überfluss, so dass wir nichts mehr wirklich wertschätzen. Erst recht keine immateriellen Dinge für die wir nicht primär verantwortlich sind.

Katastrophenwarnung durch KI?

Unsere Umwelt, das Klima, die Erderwärmung sind solche Dinge, die niemandem wirklich gehören und daher auch niemanden wirklich etwas angehen. So scheint es. Während unser Wohlstand und damit unsere Bequemlichkeit wächst (in der industrialisierten Welt!), verseuchen wir proportional dazu unseren Planeten. Wie lange das noch gut geht? Wen kümmert es? Klar, wir alle wissen, wie es um unseren Planeten bestellt ist. Solange aber die negativen Auswirkungen weit entfernt von der eigenen Haustür in Drittweltländern stattfinden, tangiert es uns nicht. Die für unsere Breiten ungewöhnliche Heissperiode des letzten Jahres, die selbst in Westeuropa zu Missernten und Wasserknappheit führte, liess uns erstmalig aufhorchen – so richtig entsetzt hat es uns noch immer nicht. Der lange Sommer mit den vielen schönen Sonnentagen wird uns als „Jahrhundertsommer“ in Erinnerung bleiben. Dabei sollten wir ihn besser als Katastrophenwarnung verstehen.

Fortschritt?

Kaum jemand ist bereit, auf das Schnitzel zu verzichten, selbst wenn es aus industrieller Massentierhaltung stammt. Hauptsache billig! Kaum jemand nutzt das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel, wenn das eigene Auto doch vor der Haustür steht. Hauptsache bequem! Ist es mangelnde Empathie gegenüber unserer Umwelt, den Menschen in Entwicklungsländern und sogar gegenüber unseren eigenen Kindern, die in einer verpesteten Umwelt eines Tages zurechtkommen müssen? Oder sind wir tatsächlich nicht intelligent genug, die Lage zu überschauen und endlich zu erkennen das jeder weitere vermeintliche Fortschritt in Wahrheit ein Rückschritt ist?

Ein Weiterleben ohne Verzicht?

Statt die Notbremse zu ziehen, suchen wir nach Lösungen, die uns ermöglichen sollen, in gewohnter Weise weiterzuleben ohne Verzicht. Die Energiewende soll einer dieser Lösungsansätze sein. Dank ihr soll es möglich sein mobil zu bleiben und Strom in möglichst unbegrenzter Menge zu nutzen. Bisher geben alternative, erneuerbare Energiequellen diese Kapazitäten nicht her. Was wir nicht bewältigen können, soll künstlicher Intelligenz nun gelingen. Sie soll zudem die Umweltverschmutzung regulieren und sich für den Erhalt bedrohter Arten einsetzen.

Oft wird die Frage gestellt, inwieweit sich Künstliche Intelligenz zu verselbstständigen vermag und wohlmöglich eigene Entscheidungen trifft, die denen seiner Programmierer widersprechen wie etwa in einem Science-Fiction. Eines ist klar: Künstliche Intelligenz ist ohne menschliche Intelligenz nicht denkbar. Ähnlich wie in der Genforschung kommt die Entwicklung künstlicher Intelligenz nicht um ethische Fragen und die Aufstellung entsprechender Regeln und Gesetze herum. Es ist noch nicht lange her, da kam der Fahrer eines autonom fahrenden Elektromobils zu Tode, weil dieses einen Lastwagen nicht erkannte und kollidierte. Wer trägt in diesem Falle die Schuld?

Rasante technische Entwicklung

Noch vor ein paar Jahrzehnten sassen wir gebannt vor den schwarz-weiss-Bildschirmen wenn Raumschiff Enterprice im Fernsehen lief. Wir waren fasziniert, wie die Mannschaft in den unendlichen Weiten des Weltraums mit der Erde Kontakt aufnehmen konnte, wie sie sich von einem Ort zu einem weit entfernten anderen Ort in Sekundenschnelle beamen liess und an zimmergrossen Computern blinkende Knöpfe drückten deren Funktion wir zwar nicht verstanden, aber als Rettung der Menschheit begriffen. Nie hätten wir für möglich gehalten, einmal selbst ein Handy zu besitzen, geschweige denn einen eigenen PC und ihn als unersetzlich zu empfinden. Wiederbespielbare Musikkassetten ersetzten die guten alten Schallplatten. Heute gehören CDs, die noch vor zwei Jahrzehnten der letzte Schrei waren, beinahe zu Antiquitäten. Die ersten PCs eroberten in den Neunzigern die heimischen Schreibtische, Smartphones haben nach den Mobiltelefonen die Funktionen sperriger Computer ersetzt.

Unsere Welt ist technisiert und digitalisiert wie nie zuvor. Ihre Reichweite langt bis in unsere Privatsphäre. Bisher waren alle diese Apparate von unserer Handhabung abhängig und funktionierten auf Knopfdruck. An oder Aus. Längst hat aber auch Künstliche Intelligenz viele unserer Lebensbereiche erfasst. In vielen Bereichen werden die Systeme niemals abgestellt, sondern befinden sich bestenfalls im Stand-by-Modus. Stets verfügbar, stets einsatzbereit. Perfekt programmierte Roboter sind in der Lage, uns im Haushalt zu helfen und im Beruf Arbeiten zu erledigen, die Menschen schwer fallen. Was uns auf der einen Seite fasziniert, macht uns auf der anderen Angst. Das wirft Fragen auf, auf die wir zum Teil heute noch keine Antworten haben.

- Inwiefern erleichtert uns künftig KI das Leben?

- Sind neue Technologien in der Lage unsere Umweltsünden zu kompensieren?

- In wie weit sind wir durch künstliche Intelligenz ersetzbar oder sogar überflüssig?

- In welchen Bereichen kann künstliche Intelligenz eingesetzt werden?

- Nehmen uns Roboter die Arbeit weg?

- Welche Chancen und Risiken birgt Künstliche Intelligenz?

- Kann KI auch im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt werden?

Hier gelangen Sie zum dritten Teil der Serie: Umwelt- und Klimaschutz mittels neuen Technologien


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