Freitag, 23. November 2018

Mit dem Elektromobil in die Zukunft fahren – sind Lithium-Ionen-Batterien ein sauberer Ersatz für schmutzige Verbrennungsmotoren?

Seit Jahren machen sich Wirtschaft und Politik Gedanken darüber, wie die Mobilität der Zukunft aussehen soll. Umweltschonender soll sie sein – das ist das vorrangige Ziel. Auf Treibstoffe, die aus fossilen Quellen stammen und deren Verbrennung extreme Emissionen verursachen, soll verzichtet werden. Diesel-Fahrverbote werden durchgesetzt. Zudem sind die natürlichen Vorkommen von Erdöl, Erdgas und Kohle irgendwann erschöpft. Dennoch soll die Mobilität; ob nun privat oder beruflich; nach Möglichkeit so bequem bleiben wie gewohnt. Aber ist das wirklich möglich? Ist Elektromobilität die saubere Lösung, für die sie angepriesen wird, oder werden Probleme lediglich verlagert?

Nach Angaben des Kraftfahrzeug-Bundesamtes gab es Anfang 2018 rund 54.000 Elektroautos und im Laufe des Jahres rund 24.600 weitere auf bundesdeutschen Strassen. Emissionsarme Mobilität ist wichtig in Zeiten des Klimawandels und daher sind die zahlreichen Neuzulassungen sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Verglichen mit den Zahlen der Autos mit Verbrennungsmotoren relativiert sich diese Entwicklung jedoch schnell.

Noch sind Elektromotoren nicht wirklich ausgereift und ihre tatsächliche Einsparung an schädlichen Emissionen ist umstritten. In Ländern wie Frankreich, die auf Atomstrom setzen, werden E-Autos sicher emissionsärmer gefahren als in Deutschland- wobei hier die Frage nach der Sicherheit und der Entsorgung des strahlenden Abfalls bleibt. Auf regenerative Quellen wie Wind- und Wasserkraft können bisher nur wenige Länder in Skandinavien setzen. In Frankreich und Großbritannien dürfen ab 2040 nur noch Autos mit Elektromotoren verkauft werden. Chinesische Grossstädte, die weltweit am meisten unter Smog zu leiden haben, möchten in naher Zukunft einen Großteil des öffentlichen Personennahverkehrs auf E-Mobilität umstellen.

In Peking fahren bereits mehr als 14.000 Elektrobusse. Bis zum Ende des Jahres sollen auch in Shenzhen nur noch E-Busse fahren. Das Problem, dass bei Grossfahrzeugen dieser Art die Batterien mehr Platz benötigen als für die Fahrgäste zu Verfügung steht, ist zwar mittlerweile gelöst, nicht aber die nach wie vor umstrittene Ökobilanz und die Frage, wie eine solche Busflotte regelmäßig und dauerhaft mit Strom versorgt werden kann. Auf Hamburgs Strassen sollen künftig ebenfalls 60 Elektrobusse ihre Arbeit aufnehmen.

Nicht allein durch den Abgasskandal fordert Deutschland ein Ausstiegsdatum für den Diesel und später auch den Benziner. Weitere europäische Staaten sollen nachziehen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert den Ausstieg bis zum Jahr 2025. Sollte es bis dahin gelungen sein, regenerative Stromquellen zu nutzen und Elektrobatterien umweltschonender herzustellen und zu entsorgen, so ist dies sicher ein grosser Schritt auf dem Weg, unseren Planeten und unser eigenes Überleben zu sichern.

Bei einer Laufzeit von zehn Jahren weist ein Kleinwagen eine bessere Ökobilanz auf als ein Tesla.

Ein E-Auto ist nur so sauber, wie der Strom produziert wurde, mit dem es fährt. Elektrizität aus Windkraft und Sonnenenergie reicht nicht annähernd aus, um den weltweiten Energiebedarf zu decken. Fährt also ein Auto mit Strom, der aus Kohle hergestellt wurde, so ist dieses Auto letztendlich nicht sauberer als ein Benziner. Zur Zeit Ist ein Wagen mit einem Spritverbrauch zwischen fünf und 7 Litern auf 100 Kilometern sauberer als ein E-Fahrzeug.

Eine Studie des Deutschen Automobilclubs ADAC stellte dagegen fest: wenn ein Elektroauto mehr als 150.000 km gefahren ist, ist seine Ökobilanz besser als die eines herkömmlichen Autos; selbst dann, wenn der benötigte Strom nicht aus rein regenerativen Quellen stammt, sondern aus dem Strommix deutscher Stromseen. Ein Kompromiss sind die Hybridfahrzeuge, bei denen über einen Starter-Generator beim Antrieb Energie erzeugt wird.

Aber nicht die Herkunft des Stroms allein macht E-Autos bisher zu fragwürdigen Alternativen. Ein weiteres, im doppelten Sinne des Wortes schwerwiegendes Problem, stellen die Batterien dar.

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