Mittwoch, 20. Juni 2018

Glänzender Gewinn für die einen, schmutziger Fluch für die anderen (Teil 2)

Glänzender Gewinn für die einen, schmutziger Fluch für die anderen. Gefangen im Teufelskreis der Armut.


Die Hoffnung auf verbesserte Lebensbedingungen, Arbeit und Devisen veranlassen viele Länder sich dem internationalen Goldmarkt zu öffnen. Dieser liegt hauptsächlich in der Hand einiger weniger transnationaler Grosskonzerne aus Australien, Kanada, den USA und Südafrika. Tatsächlich aber bieten die einzelnen Minen selbst nur wenige Arbeitsplätze und diese noch dazu unter teilweise katastrophalen Bedingungen. Kommt ein Arbeiter in einer südafrikanischen Mine zu Tode oder wird durch einen der häufig vorkommenden Unfälle so schwer verletzt, dass er arbeitsunfähig wird, so steht buchstäblich zur selben Minute Ersatz bereit. Die Not der Menschen treibt sie dazu, vor den Toren der Minen zu nächtigen und auf eine solche "Chance" zu warten. Der Lohn für die lebensgefährliche Knochenarbeit ist gering, die Strafen für den Diebstahl schon geringster Mengen Gold umso höher. Beim Verlassen der Minen bei Feierabend müssen sich die Arbeiter einer Leibesvisitation unterziehen. Das Vorgehen ist menschenunwürdig. Dennoch lässt die Armut den Arbeitern und ihren Familien kaum eine Wahl. Auf eine Tonne Gold kommt im Schnitt ein Toter und zehn bis zwölf Schwerverletzte.

Während die Länder mit Goldvorkommen geringste Gewinne (und zum Teil sogar Minusgeschäfte) einfahren, ist der Umsatz für die Konzerne, die tendenziell immer weniger Abgaben zahlen müssen, um so gigantischer. Hinzu kommen soziale und ökologische Katastrophen für die Entwicklungsländer mit Goldvorkommen durch den Abbau.

Die Unternehmen sind auf schnellen Gewinn unter Geringhaltung der entstehenden Kosten für die Förderung aus. Die Ausbeutung von Umwelt, Natur und Menschen wird dabei nicht nur in Kauf genommen, sondern ist eingeplant. Müssten für die Verschmutzung der Böden durch Gifte, Enteignung von Ländereien einheimischer Bauern, und von der Vertreibung von Naturvölkern Entschädigungen gezahlt werden, so würde sich der Abbau von Gold finanziell nicht mehr lohnen. Den wahren Preis für das günstig erworbene Schmuckstück am Finger oder um den Hals gutsituierter Damen und Herren in der westlichen Welt zahlen am Ende die, die sowieso schon zu den Ärmsten der Armen gehören.

Lebensgrundlage entzogen. Es bleibt den Bauern, die oft keine andere Ausbildung oder Bildung haben, keine andere Wahl, als für die neuen Grundbesitzer zu arbeiten. Da die Löhne gering sind, muss nicht selten die ganze Familie mitarbeiten. Zeit zur Schule zu gehen, bleibt den Kindern nicht. So ist auch ihre Zukunft und die ihrer späteren Kinder vorgezeichnet.

Umweltschonende Förderung und Recycling

Mit der Goldgräberromantik vergangener Jahrhunderte haben die oben genannten Prozesse nicht das Geringste zu tun. Dennoch gibt es auch heute noch die Methode Gold aus Flusssedimenten heraus zu waschen und dabei auf den Einsatz von Chemikalien und Kinderarbeit zu verzichten. Eine Liste derjenigen Unternehmen, die verantwortungsvoll und nachhaltig fördern, ist einsehbar über den Verein Fair trade Minerals & Gems e.V. Eine weitere Methode an Gold zu kommen ist natürlich auch das Recycling von altem Schmuck oder Zahnersatz.

Hier geht's zu Teil 1

 


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