Mittwoch, 20. Juni 2018

Der Goldrausch im 21. Jahrhundert

Der Goldrausch im 21. Jahrhundert und Auswirkungen auf die Umwelt

Die Welt ist im Goldfieber. Seit dem grossen Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts hat das Edelmetall von seiner Faszination auf die Menschen nichts eingebüsst. In Krisenzeiten hat sich Gold als relativ stabil bewiesen. Experten empfehlen bis zu zehn Prozent des eigenen Vermögens in Gold anzulegen. Ob für die Wirtschaft, als Wertanlage, die Schmuckindustrie oder als Währung – der Bedarf nach Gold ist folglich ungebrochen und erinnert in vieler Hinsicht noch immer an den damaligen Rausch in Amerikas Wildem Westen. Die Gewinne jedoch streichen sich vor allem westliche Unternehmen ein - Entwicklungsländern und ihren Bewohnern dagegen bringen die Goldvorkommen Verderben.

Trotz des industriellen Fortschritts ist die Förderung des Metalls heute wie damals mit erheblichen körperlichen Strapazen und Unfallrisiken für die Arbeiter verbunden und führt zu zahlreichen Todesfällen. Ein Grund ist die Einsparung von Kosten für die Unternehmen. Finanziell und körperlich ausgebeutet sind es aber nicht nur die Minenarbeiter, die unter der rücksichtslosen Gier von Gold zu leiden haben, sondern auch Menschen, die den Minen buchstäblich im Wege sind. Einheimische Kleinbauern werden nicht selten enteignet oder sogar von ihrem Grund und Boden vertrieben - nötigenfalls mit Gewalt. Indigene Völker in Regenwaldgebieten sind besonders oft betroffen. Durch den Einsatz extremer Gifte ist der Gewinn des glänzenden Edelmetalls zudem eine Katastrophe für die Umwelt. Auf den verseuchten Landstrichen, die nach der Förderung toten Mondlandschaften ähneln, ist für Jahre weder menschliches noch pflanzliches oder tierisches Leben mehr möglich. Neben der Land- und Viehwirtschaft, Holzgewinnung und Straßenbau ist auch die Goldförderung ein Grund für die Vernichtung von Regenwäldern.

Gold – ein Wort mit magischer Wirkung

Etwa 25 - 26 Tonnen Gold wurden im 19. Jahrhundert zur Zeit des grossen Goldrausches gefördert. Mit Schaufeln und Sieben standen die Menschen im knietiefem Wasser und suchten die Nuggets aus den Flüssen. Eine Knochenarbeit mit dem verzweifelten Ziel nach Wohlstand und etwas Luxus, dem schon damals durch Erschöpfung, Mangel aber auch durch Mord aus Habgier viele Miner zum Opfer fielen.

Heute ist es gut hundertmal soviel Gold, das jährlich abgebaut, beziehungsweise gewonnen wird. Die Tendenz ist steigend. Das Edelmetall wird mit knapp 80 % zum grössten Teil für die Schmuckherstellung genutzt. Aber auch in der Zahntechnik und in der Elektronikindustrie ist es unersetzlich. So verbergen sich beispielsweise in jedem Computer mehrere Gramm des glänzenden Metalls. An den Börsen ist der Goldpreis im Frühjahr 2008 zum ersten Mal über 1000 $ pro Feinunze gestiegen. Der stetig steigende Goldpreis ist somit ein Hauptgrund für den steigenden Abbau.

Während die einen profitieren, bringt den anderen diese Gier unerträgliches Leid. Zu den Verlierern des modernen Goldrausches gehören die Umwelt, die Tier- Pflanzenwelt und Einheimische.

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