Dienstag, 27. Februar 2018

Effiziente, umweltschonende Energieversorgung (Teil 3: 2000 Watt-Gesellschaft)

Effiziente Neubauten, sanierte Altbauten

Ein Energieausweis ist bei den meisten Gebäuden mittlerweile selbstverständlich vorhanden. Während man sich im vergangenen Jahrhundert noch wenig Gedanken gemacht hat über umweltgerechte Bauweisen, sieht dies heute völlig anders aus. Der Betrieb von Gebäuden verschlingt in Städten und Gemeinden den Grossteil der Energie allein für Heizung, Beleuchtung und Gebäudetechnik. Energetisch gerüstete Gebäude sind energiesparend und damit günstig für die Bewohner und klimaschonend für die Umwelt. Eine gute Dämmung neuer und alter Gebäude gehört mittlerweile zum Standard. Dazu gehört auch eine optimale Einstellung der technischen Anlagen von Gebäuden.

Auch auf diesem Sektor hat die Stadt Zürich einige Vorzeigeobjekte zu bieten: das Krankenhaus Triemli beispielsweise deckt seinen Wärmebedarf fast komplett aus Erdwärme und Holz-Energie. Weiterhin werden private Bauherren durch die Stadt beraten und mit Beiträgen gefördert. Die Stadt hilft bei der energetischen Optimierung von Liegenschaften und unterstützt den energieeffizienten Einsatz von Materialien und Geräten.

Effiziente, umweltschonende Energieversorgung

Verschiedene Methoden für die Nutzung von Fernwärme und Abwärme sind geplant und zum Teil schon realisiert. So ist es heute möglich die entstehende Wärme bei der Reinigung von Abwässern oder von bestimmten Unternehmen zu nutzen und der Wärmeversorgung zuzuführen. Weitere bislang ungenutzte Abwärmequellen werden noch erschlossen und zukünftig ebenfalls genutzt. Zusätzlich kann Wärme aus dem Untergrund und aus dem Grundwasser gewonnen und transportiert werden, sobald die dafür erforderlichen Leitungen installiert sind.

Ähnlich verhält es sich bei der Elektrizität. Mehr und mehr kommt Windkraft und Solarstrom zum Einsatz. Solar-Züri bietet Bürgern die Möglichkeit sich an einer Solaranlage in Zürich zu beteiligen und sich damit für eine innovative Art der Stromgewinnung zu engagieren.

Auch ohne eigenen PKW mobil

Ein grosses Problem in modernen Industriegesellschaften stellen die Emissionen durch den Verkehr dar. Das Bild des stockenden täglichen Verkehrs auf überlasteten Autobahnen und Innenstadtstrassen kennt jeder. Beim genauem Hinsehen fällt auf, dass in nahezu jedem PKW im Stossverkehr jeweils nur eine einzige Person sitzt. Die Gründe dafür sind die in den meisten Fällen geringeren Kosten gegenüber dem öffentlichen Nahverkehr und die weit unkomplizierteren Möglichkeiten der Fortbewegung von A nach B. Wer auf dem Weg zur Arbeitsstelle auf eine sichere Verbindung angewiesen ist, der ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft schlichtweg schlecht gefahren. Das soll sich ändern. In Deutschland diskutiert man momentan über die Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel kostenfrei anzubieten. Noch gibt es keine Klarheit darüber, wie dieses innovative Konzept zu finanzieren sei, jedoch ist dies sicher ein grosser Schritt auf dem Weg zur Entlastung von Pendlern, Strassen und Umwelt.

Auch die Stadt Zürich setzt verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr und baut weitere Verbindungen für Bahn, Bus, Fahrräder und Fußgänger aus. Neben der Tramlinie Zürich West und der Hardbrücke gibt es bereits Fahrrad-Tunnel unter den Gleisen. Die Devise ist, Bürger mit durchdachten Alternativen dazu zu bewegen, wann immer es geht das eigene Auto in der Garage zu lassen, das Velo zu nutzen oder auch zu Fuss kürzere Strecken zurückzulegen.

Die Beispiele der Stadt Zürich zeigen; es ist durchaus möglich energiesparend zu wirtschaften und zu wohnen ohne die bisherige Lebensqualität einzubüssen. Die 2000 Watt-Gesellschaft macht es vor. Als Zielwert wurde eine Leistung von 2000 Watt pro Kopf auf Stufe Primärenergie festgelegt. Es ist zu hoffen, dass diese Beispiele viele Nachahmer finden. Möglich ist dies jedoch nur durch die Einsicht von Bund, Ländern, Kommunen und jedem einzelnen Bürger.

Hier geht's zum ersten Teil unserer Reihe die 2000-Watt-Gesellschaft

Quellen:

https://www.stadt-zuerich.ch


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