Mittwoch, 15. November 2017

CO2-Speicherkapazität der Regenwälder lässt nach - Der Wald sieht rot (Teil 1)

Bäume sind unverzichtbar für den Erhalt des Klimas und der Atmosphäre auf unserer Erde. Die Bedeutung zusammenhängender Wälder für die Aufnahme von Kohlendioxid und die Umwandlung in lebenswichtigen Sauerstoff ist entsprechend hoch. Über ihre Blätter wandeln Bäume Kohlendioxid in Sauerstoff um. Ihr Organismus ist in der Lage, ohne fremde Hilfe alle lebensnotwendigen Stoffe ohne Hilfe selbst herzustellen. Ihnen reicht dazu Wasser, das Licht der Sonne und Kohlendioxid. Bezeichnet wird dieser Prozess als Fotosynthese. In den Spaltöffnungen der rund 600.000 Blätter eines hundert Jahre alten, etwa zwanzig Meter hohen Baumes findet ein Gasaustausch statt. An einem sonnigen Tag nimmt ein solcher Baum fast 10.000 Liter CO2 auf und wandelt diesen um. Dabei verbraucht der Baum natürlich auch selbst Sauerstoff, allerdings weit weniger als er produziert. Um einen solchen Baum adäquat zu ersetzen, müssten 2000 neue, junge Bäume gepflanzt werden!

Aber nicht allein die Bereitstellung des lebensnotwendigen Sauerstoffs macht den Schutz der Bäume zum Schutz unseres eigenen Überlebens so wichtig. Wälder, allen voran die tropischen Regenwälder, dienen darüber hinaus als wichtige Speicher für das Treibgas Kohlenstoff. Ihre Kapazität ist unterschiedlich. Mit der Rodung von Regenwäldern wird das Klima doppelt belastet. Die gefällten Bäume können keinen Sauerstoff mehr bereitstellen und gleichzeitig wird im Boden gespeichertes CO2 in enormen Mengen freigesetzt.

Der brasilianische Amazonas-Regenwald bindet pro Jahr etwa 380 Millionen Tonnen CO2 des klimaschädigenden Treibgases. Schätzungen zufolge sin in der dortigen Biomasse und im Boden 150 bis 200 Milliarden Tonnen CO2 gespeichert. Diese Fähigkeit nimmt jedoch mit dem Verlust der Flächen für Industrie, Landwirtschaft und Strassenbau ab. Bis zu 15 % der weltweiten CO2-Emissionen sind auf die Zerstörung der Regenwälder zurückzuführen. Eine unvorstellbare Menge! Diese Erkenntnis schützt sie allerdings nicht vor einer weiteren Abholzung. Zu gross ist der Bedarf der Wirtschaft an immer neuen Flächen. Da sich diese Gier auch in Zukunft trotz aller Warnungen von Umweltwissenschaftlern wohl nicht ausreichend bremsen lassen wird ist es wichtig, zumindest die grössten Kohlenstoffspeicher zu verschonen. Dazu aber muss man sie zunächst einmal erkennen.

Hier geht's zu Teil 2

zurück