Standards Klimaschutzprojekte

Klimaschutzprojekte sparen CO2 durch eine Massnahme an einem Ort auf der Welt ein.

Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit sicherzustellen haben Klimaschutzprojekte verschiedene Standards und Zertifizierungen. Die gängigen Standards im Markt für freiwillige CO2-Kompensation sind folgende:

Clean Development Mechanism (CDM)

Der Clean Development Mechanism (CDM) oder auf Deutsch Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung wurde im Rahmen des Kyoto-Protokolls beschlossen. Im Rahmen dieses Mechanismus können Entwicklungsländer Massnahmen zur CO2-Emissionsminderung umsetzen und diese Einsparung zertifizieren. Die daraus resultierenden Zertifikate (Certified Emission Reductions, CERs) können in Industrieländern angerechnet werden. Auch Unternehmen und Privatpersonen können die zertifizierten Emissionsreduktionsgutschriften (Certified Emission Reductions, CERs) erwerben. 

Trägerschaft: 

  • Eine Organisation der UNO-Klimakonvention, das CDM Executive Board (EB), überwacht die Gültigkeit und Menge der Zertifikate aus CDM-Projekten 
  • Standorte: weltweit in Entwicklungsländern Projekttypen: Emissionsminderungsprojekte aus 15 Projekttypen, unter anderem erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Aufforstung und Wiederaufforstung und Landwirtschaft, Industrie und Transport und sonstiges 

Gut zu wissen: 

  • Validierung, Verifizierung erfolgen durch unabhängige Auditoren 
  • Für Verifizierung und Validierung müssen unterschiedliche (DOEs Desingated Operations Entities) vorgenommen werden 
  • Projektdokumente sind öffentlich einsehbar 
  • Informationen zu allen registrierten Projekten inklusive Stilllegung sind öffentlich einsehbar 
  • Weltweit über 7800 Projekte unter dem CDM registriert

Verified Carbon Standard (VCS)

VCS, Verified Carbon Standard, Verra oder VCS ist der weltweit am meisten verwendete Standard zur freiwilligen CO2-Kompensation. VCS bestitzt daher eine grosse Marktrelevanz, besonders im Bereich Vermeidung von Entwaldung. 

Trägerschaft: 

  • Gemeinnützige Organisation, Gründer sind die Climate Group, International Emissions Trading Association (IETA) sowie das World Economic Forum 
  • Gegründet in 2005 
  • Über 1600 Projekte, über 500 Millionen Zertifikate ausgestellt 

Projekttypen: 

Emissionsminderungsprojekte aus 15 Projekttypen, unter anderem erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Aufforstung und Wiederaufforstung und Landwirtschaft, Industrie und Transport und sonstiges 

Gut zu wissen: 

  • Validierung und Verifizierung müssen nicht getrennt erfolgen 
  • Beide Prozesse werden durch unabhängige und akkreditierte Prüfstellen durchgeführt 
  • Verifizierungsdokumente, Projektdatenbanken sind öffentlich zugänglich 
  • Zertifikate können nachverfolgt werden von der Ausschüttung bis zur Stillegung

Plan Vivo 

Plan Vivo wurde 1994 in Chiapas in Mexiko gegründet, um die Situation der lokalen Bevölkerung im ländlichen Mexiko durch gemeinschaftliche Land- und Forstwirtschaft zu verbessern. An Plan Vivo Projekten haben sich Zehntausende von Kleinbauern beteiligt und unterstützen Dorfgemeinschaften ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen, das Klima und Ökosysteme zu schützen. Bis März 2017 wurden im Rahmen diverser Projekte unter anderem über 138'000 Hektare Wald geschaffen und erhalten. 

Trägerschaft: 

  • Verwaltung durch Plan Vivo Foundation 
  • Hat sich bis heute zu einem globalen Standard entwickelt und zählt heute über 20 Projekte unter anderem in Bolivien, Nicaragua, Uganda, Mosambik, Tansania, Malawi, Sri Lanka, Indien, Nepal, Vanatu 

Projekttypen: 

Wiederherstellung und Rehabilitation von Ökosystemen, Prävention von Ökosystem- Umwandlung, verbessertes Flächenmanagement 

Gut zu wissen: 

  • Validierung durch Plan Vivo und durch Plan Vivo genehmigte Dritte - Verifizierung alle 5 Jahre durch Plan Vivo genehmigten unabhängigen Verifizierer 
  • Jährliche Fortschrittsberichte 
  • Projektdetails auf Webseite einsehbar 
  • Plan Vivo legt besonderen Wert auf fairen Handel und Förderung von ländlichen Gemeinden

Gold Standard 

Der Goldstandard wurde vom WWF und weiteren Umweltverbänden (Heli International und SouthSouthNorth) in 2003 gegründet. Zu den Umweltaspekten kennzeichnet der Goldstandard zusätzliche soziale Ziele der UN zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen aus. Er gilt weltweit als strengster Zertifizierungsstandard da neben der Zusätzlichkeit der Klimaschutzprojekte zahlreiche weiter Kriterien erfüllt werden, die eine nachhaltige Entwicklung in den Projektländern sicherstellen soll. Der Goldstandard zertifiziert sowohl Klimaschutzprojekte auf Verpflichtungsmärkten wie auch solche für freiwillige Märkte. 

Trägerschaft: 

  • Verwaltung durch Gold Standard Sekretariat 
  • Findet bei UN-registrierten Projekten als Zusatzstandard (Gold Standard CER) und seit 2006 auch im freiwilligen Markt einzelne Anwendung (Gold Standard VER) 

Projekttypen: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Aufforstung/Wiederaufforstung, klimaschonende Landwirtschaft, verbesserte Waldwirtschaft 

Gut zu wissen: 

  • Über 1500 Projekte 
  • Bei Land- und Frostprojekten wird ein Compliance-Buffer von 20% zurückgehalten 
  • Getrennte Validierungs- und Verifizerungprozess 
  • Projektdokumentation einsehbar 
  • Informationen zur Stilllegung einsehbar 
  • Soziale, wirtschaftliche oder technische Entwicklungsleistungen müssen nachgewiesen werden, negative Projektauswirkungen führen zu Projektausschluss.
  • Stakeholder-Konsultation erforderlich

Climate Action Reserve

Climate Action Reserve (CAR): Die Climate Action Reserve ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen überprüft und zertifiziert. Sie verwendet verschiedene Protokolle, um die Emissionsminderungen zu verifizieren.

ISO

ISO 14064: Die ISO 14064 ist ein internationaler Standard für das Management von Treibhausgasemissionen. Sie umfasst die Messung, Überwachung und Verifizierung von Emissionen sowie die Erstellung von Inventaren und die Berichterstattung.

Climate, Community and Biodiversity (CCB) Standard 

Der Climate, Community and Biodiversity Standard ist ein viel genutzter Zusatzstandard im freiwilligen Markt Hierbei untersucht der Zusatzstandard den Gesamtnutzen eines Projektes über die reinen Emissionsreduktionen hinaus mit speziellem Fokus auf den Erhalt der Artenvielfalt und die sozialen Auswirkungen in der Projektregion. Dieser Zusatzstandard findet vor allem bei Forst- und Landwirtschaftsprojekten seine Anwendung. Climate, Community and Biodiversity Standard kann nur in Kombination mit einem Standard, in der Regel VCS, Anwendung finden bzw. kann einem Zertifikat/Projekt hinzugefügt werden.

Social Carbon Standard 

Auch der Social Carbon Standard ist ein sogenannter Zusatzstandard, der mit gängigen Standards kombiniert werden kann. Er hat somit keine eigene Methodologie und kann nur in Kombination mit einem anderen Standard Anwendung finden. Social Carbon Standard überprüft den zusätzlichen Beitrag einer nachhaltigen Entwicklung in der Projektregion. In sechs Kriterien werden die Auswirkungen auf die Biodiversität, auf finanzielle und natürliche Ressourcen sowie soziale Nachhaltigkeit bewertet.

Standards stellen sicher, dass Klimaschutzprojekte tatsächlich zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen und so einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Standards dienen dazu:

  • Überprüfung und Auditierung durch Dritte von Klimaschutzprojekten
  • Definieren die Anforderungen der Klimaschutzprojekte
  • Beschrieb und Methodik der entsprechenden Emissionsreduzierungen