Donnerstag, 21. Dezember 2017

Energieverbrauch von Bitcoin und Kryptowährungen (Teil 2)

Enormer Energieverbrauch durch das Generieren und Speichern von Daten

Die Krux an der Sache ist ein Stromverbrauch, der die globale Energiewende bereits jetzt bedroht. Schon der „normale“ weltweite Einsatz von Computern verschlingt gigantische Mengen an Strom. Um Bitcoins entstehen zu lassen, müssen vom Rechner komplexe Aufgaben gelöst werden. Diese können je nach Rechenpower enorm umfangreich sein. Der herkömmliche PC am heimischen Schreibtisch ist dazu längst nicht mehr fähig. Um im Wettbewerb mithalten zu können benötigen selbst Unternehmen ganz spezielle Prozessoren, die in der Lage sind extreme Leistungen zu vollbringen. Wer hier nicht mithält hat schon verloren. Dass für dieses Vorgehen enorme Energiemengen benötigt werden, lässt sich mit wenig Fantasie erahnen. Die Währung wird zum Energiefresser ohnegleichen. Sollte die Entwicklung so weitergehen, wird die Produktion des Bitcoins bereits Anfang 2020 so viel Energie benötigen wie alle Länder dieser Erde zusammen.

Stromerzeuger aus erneuerbaren Energien sind nicht in der Lage auch nur den bisherigen Bedarf für die Menschheit halbwegs zu decken. Die Erzeugung des Stroms mithilfe von Kohlekraftwerken wird daher auch in Zukunft unumgänglich sein. Ein Grossteil der heute für den Bitcoin benötigten Kohle stammt aus der Mongolei. Hier werden auch knapp 60 % der Bitcoins generiert. Der Grund sind extrem schnelle Rechner und verhältnismässig niedrige Energiekosten durch subventionierten Kohlestrom vor Ort. Bitcoin-Schürfer zahlen nur vier Cent pro Kilowattstunde. Das macht die Region trotz klimatisch ungünstiger Bedingungen nahezu unschlagbar. Ein Bitcoin hat einen ökologischen Fussabdruck von bis zu 13 t CO2. Damit überholt er die Produktion jedes anderen Zahlungsmittels bei weitem.

Umweltschützer sehen den Bitcoin daher äusserst kritisch. Bei der Umsetzung der Klimaschutzziele spielt die Krypto-Währung nun eine große, zuvor kaum bedachte Rolle. Um den enormen Strombedarf zu bremsen müssen Computerchips technisch ausgereift werden. Prozessoren, die im Jahr 2009 aktuell waren als der Bitcoin erstmalig auf dem Markt erschien, haben das Rennen längst verloren. Bis zu 100 Millionenmal schneller sind die aktuellen Zentralprozessoren heute. Durch die Weiterentwicklung der Technik könnte Energie in diesem Sektor zwar eingespart werden. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, wie rasant der Bitcoin selbst sich entwickelt. Mit den immer komplexer werdenden Rechnungen hält die verbesserte Effizienz der Prozessoren auf Dauer nicht mit. Mit der astronomisch wachsenden Währung wird zwangsläufig auch ihr Energiebedarf steigen. Wie es weitergeht kann im Moment wohl noch niemand sagen. Eines aber scheint sicher: Der Umwelt wird jeder einzelne Bitcoin teuer zu stehen kommen!

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