Mittwoch, 22. November 2017

COP 23 – wenig Neues bei der Klimakonferenz in Bonn (Teil 1)

Deutlich unter 2° lautete das Ziel des Pariser Abkommens von 2015. In der französischen Hauptstadt war seinerzeit beschlossen worden, den Anstieg der Erderhitzung zu begrenzen. Der diesjährige Klimagipfel in Bonn war ein erster Zwischenschritt bei der Umsetzung des Pariser Abkommens. Wieder wurde lange und intensiv beraten. Wieder war man sich einig, dass allerhöchster Handlungsbedarf zur Eindämmung der Erderhitzung besteht. Wieder wurde ein hundert Seiten starkes Abschlussdokument erstellt.

Was allerdings diesen 23. Klimagipfel von den vorangegangenen unterschied war, dass es wenig Streit zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern gegeben hatte. Als um 4:53 Uhr die Konferenz offiziell zu Ende ging, lobten die Delegierten den Präsidenten dieses Weltklimagipfels, den Premierminister der Fidschis Frank Bainimarama, seine Sache gut gemacht zu haben.

Weltweite Bemühungen zum Klimaschutz

Um das 2° Ziel zu erreichen dürfen rund 3000 Gigatonnen CO2 ausgestossen werden. 2000 Gigatonnen aber sind bereits verbraucht. Um das gesetzte Ziel auch nur annähernd einhalten zu können, ist akuter Handlungsbedarf vonnöten. Ansonsten werden wir diesen Kredit in schon zwei Jahrzehnten aufgebraucht haben. Derzeit werden jährlich Kohlenstoffvorräte freigesetzt, die von der Natur in einem Zeitraum von einer Million Jahren gespeichert worden sind.

Nachdem sich vor zwei Jahren auf dem mittlerweile historischen Klimagipfel von Paris alle Mitgliedstaaten darauf geeinigt hatten, die Erderhitzung müsse begrenzt werden, sollten in Bonn nun die Einzelheiten bearbeitet werden um dieses Ziel auch tatsächlich in nächster Zukunft umsetzen zu können. Erst beim Klimagipfel 2018 im polnischen Kattowitz soll dann das in Paris entstandene Regelbuch verabschiedet werden.

Der Bundesrepublik Deutschland fällt nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen im globalen Umweltschutz eine wachsende Rolle zu. Bereits beim G20-Gipfel in Hamburg hatten - nicht zuletzt dank des Einsatzes der “Klimakanzlerin“ Angela Merkel – alle anderen teilnehmenden Staaten das Pariser Abkommen bekräftigt. Ironischerweise verbraucht aber Deutschland mehr Braunkohle als jedes andere Land weltweit. Das für 2020 gesetzte Klimaziel zur Verringerung des CO2 Ausstosses um 40 % gegenüber 1990 kann das Land nicht einhalten. Anhand der bisher beschlossenen Massnahmen können nur 32 % erreicht werden. Damit hatte Deutschland schon vor Beginn des 23. Klimagipfels ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Regelbuch als Massnahmenkatalog

Als Zwischenschritt zwischen dem Pariser Abkommen und der Verabschiedung des Regelbuchs in Kattowitz 2018 hiess es für Bonn nun konkrete Lösungen zu liefern.

“Wir haben die Regierungen lange Jahre mit Argumenten versorgt, warum wir Klimaschutz betreiben müssen. Diese Debatte ist jetzt zu Ende. Jetzt geht es um die Frage: wie betreiben wir Klimaschutz? Mit welchen politischen Massnahmen halten wir die Erderwärmung deutlich unter 2° – wie in Paris vereinbart? Dazu brauchen wir andere Studien,“ erklärte der Klimaökonom Ottmar Edenhofer im Interview mit Tagesschau.de. Sein Vorschlag besteht in einer CO2-Steuer, so wie sie in anderen Ländern bereits praktiziert wird.

Die Lösungsvorschläge der Bonner Klimakonferenz sehen zum einen die nachhaltige Reduzierung von Treibhausgasen vor (gegen 2050 sollten Sie bei null angelangt sein), zum anderen sogenannte negative Emissionen. Darunter versteht man die Wiederaufforstung gerodeter Flächen und den Anbau von Pflanzen, die in der Lage sind CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Die kohlenstofflastigen Pflanzen werden daraufhin verbrannt und das bei der Verbrennung freigesetzte und eingefangene CO2 wird eingelagert. Das Verfahren könnte ein Lösungsansatz sein, allerdings nur, wenn es im grossen Stil zur Anwendung kommt und gleichzeitig ein Ende der fossilen Brennstoffe eingeläutet würde.

Hier geht's zum zweiten Teil COP 23

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