Der Klimawandel - Alles Lüge? Montag, 6. März 2017

Der Klimawandel - Alles Lüge?

 

 

 

 

Der Klimawandel - Alles Lüge?

Wahrheiten sind oft unbequem. Wo immer es möglich ist, biegen wir uns daher die Wirklichkeit so zurecht, bis sie wieder in unser Bild passt. Ein Leben mit einer Lüge, auch wenn wir sie längst durchschaut haben, ist immer noch angenehmer als sich mit einer unter Umständen grausamen Realität auseinandersetzen zu müssen. Zumindest so lange, wie uns diese Realität nur von aussen tangiert und nicht in unsere Komfortzone eindringt. Dann aber kann die Wahrheit sehr unangenehm werden...

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Haltung einiger Politiker, Parteien und sogar von Wissenschaftlern. Der Grund liegt auf der Hand: die Einsicht erfordert Konsequenzen. Massnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen kosten einerseits Geld und führen andererseits zu Einbussen bei der Produktion. Emissionshandel und CO2-Zertifikate gibt es nicht umsonst. Die auf Gewinnoptimierung ausgelegte Wirtschaft sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, die sie zu oft gerne umgehen würde. Wer Fakten verschweigt oder so anpasst bis sie wieder in das gewünschte Bild passen, der bewegt sich buchstäblich "auf dünnem Eis".

“Eine unbequeme Wahrheit“ - Reine Ansichtssache oder Warnung in letzter Minute?

Klimawandel-LügeFür seinen Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit“ wurde der ehemalige US-Vizepräsident und Filmemacher Al Gore in Hollywood ausgezeichnet. Im Jahre 2007 bekam er zusammen mit dem Weltklimarat den Friedensnobelpreis für seine Arbeit. Trotz aller Warnungen und wissenschaftlich belegter Fakten aber gibt es nach wie vor auch Stimmen, die behaupten, hinter dem Klimawandel stecke ein gigantischer Betrug einer Öko-Mafia.

Der Film sei masslos übertrieben und “Fakten“ nicht belegbar. Hinter allen Warnungen von Klimaexperten stecke in Wahrheit reine Propaganda und eine ganz bewusste Panikmache mit dem Ziel den Bürger abzuzocken und durch Meldungen in den Medien zu manipulieren. Inwiefern und warum der Bürger aber manipuliert oder abgezockt werden solle, konnte bisher nicht wirklich plausibel beantwortet werden. Angeführt wird gerne das Argument, durch Erforschung der menschengemachten Klimaerwärmung würden weltweit Forschungsinstitute ihre Finanzierung sichern und ein gesamter “ökologisch industrieller Komplex", dessen Berechtigung sich ebenfalls auf die Szenarien des Weltklimarates berufen, könne nur durch diese Lüge weiter existieren.

Reichen diese Gründe tatsächlich aus um eine Verschwörungstheorie zu stützen? Ist diese Suche nach vermeintlichen Beweisen gegen den Klimawandel nicht eher der Versuch eine Rechtfertigung zu finden um mit der Produktion von Gütern und Leistungen ungestört fortfahren zu können? Es stellt sich zudem die Frage, ob hinter dieser Verneinung des vom Menschen verursachten Klimawandels nicht simpel die wohlig schauerliche Vermutung einer geheimnisvollen Verschwörung steht, so wie dies bei Grossereignissen aller Art immer wieder gerne angenommen wird.

In Einem allerdings muss man den Skeptikern wohl Recht geben: Geht es um Wirtschaftswachstum sind die Verantwortlichen selten bereit Rückschritte zugunsten des Klimas zu machen. Zu diesen Verantwortlichen zählen auch Politiker, die in der ersten Reihe Konsequenzen fordern, diese dann aber oft genug selbst revidieren oder Abkommen nicht ratifizieren. Geht es um den Profit wird nach wie vor der Ausstoss von Treibhausgasen billigend in Kauf genommen. Grosse Auswirkungen auf die Politik haben die Warnungen vor der Erderhitzung bisher nicht gehabt. Das Gegenteil ist der Fall. Politik und Endverbraucher reagieren nach wie vor zu schleppend auf die Anzeichen des Klimawandels. Ihn deshalb aber zu leugnen und blind die Augen vor den jetzt schon spürbaren Auswirkungen zu verschliessen wie der US Präsident Donald Trump oder auch die AFD es in Deutschland tut, ist nicht nur wenig zielführend sondern ein schlichtes “Kopf in den Sand stecken“ nach dem Motto: "Was ich nicht sehe, das gibt es auch nicht!"

Ebenso wie Skeptiker die Behauptungen in Al Gores Film als nicht belegbar kritisieren, so ist auch das Gegenteil (das Abschmelzen der Pole, das Ansteigen des Meeresspiegels und die daraus resultierende Naturkatastrophen wären keine Folgen eines natürlichen Klimawandels) nicht belegbar.

Sicher ist eine gewisse Skepsis immer und überall angebracht. Dank der Aufklärung und steigenden Bildungsmöglichkeiten ist der Mensch heute in der Lage präsentierte Daten und Statistiken zu hinterfragen. Auch Dank des weltweiten Internets ist es bei Weitem nicht mehr so einfach die breite Masse von Informationen fernzuhalten. Sicher - das Internet ist auch bestens geeignet um mit vermeintlich wissenschaftlich gestützten Informationen (und Desinformationen) zu verwirren. Dennoch wäre es ein fataler Fehler den Klimawandel als Klimalüge abzutun und sich damit selbst einen Freibrief für eine weitere Ausbeutung fossiler Ressourcen und eine rücksichtslose Haltung gegenüber der Umwelt auszustellen. Nebenbei geht es bei der rasanten Abholzung von Regenwäldern nicht nur um die Freisetzung von Treibhausgasen. Es geht hier ebenso um eine irreversible Störung der Biodiversität und Vertreibung von Lebensformen aus ihrem angestammten Lebensraum. Diese Vernichtung von Lebensraum für Mensch und Tier als harmlose Bagatelle abzutun, dürfte selbst unbelehrbaren Vertretern der Klimalüge schwerfallen.

 

Reaktion der Politik auf den Klimawandel

„The challenge of climate change, and what we do about it, will define us, our era, and ultimately, our global legacy.“ (Die Herausforderung des Klimawandels und was wir dagegen unternehmen, wird uns, unsere Zeit und letztendlich unser globales Erbe definieren.)

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, 2007

Weltweit werden die Auswirkungen des Klimawandels durch die Vereinten Nationen beobachtet und Massnahmen definiert. Dazu wurde ein Rahmenübereinkommen (United Nations Framework Convention on Climate Change UNFCCC) geschlossen. Im Kyoto-Protokoll ist festgehalten in welcher Höhe Treibhausgase ausgestossen werden dürfen. Das Abkommen gilt für Industriestaaten, die das Protokoll ratifiziert haben. Zu den Vertragsstaaten gehören neben anderen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die dadurch erwarteten Senkungen umweltschädigender Gase sind aber nur der Anfang weiterer dringend notwendiger Massnahmen.

Als gemeinsames Ziel haben die Mitgliedstaaten einen verlangsamten Temperaturanstieg des Erdklimas von nicht mehr als 2° bis zur Hälfte dieses Jahrhunderts gesetzt. Dazu muss die Konzentration schädlicher Emissionen in der Atmosphäre stabilisiert werden. Ohne die Mithilfe aller Länder weltweit ist dies allerdings ein schwer zu lösendes Problem. Leider haben noch immer verschiedene Industriestaaten, die massgeblich für den Ausstoss von Treibhausgasen verantwortlich sind, das Protokoll nicht ratifiziert.

Um langfristige Ziele verbindlich zu definieren und bisherige Vorgaben in ihrer Wirkung überprüfen zu können, finden seit 1995 Klimakonferenzen statt. Darunter versteht man die Vertragsstaaten-Konferenzen der UN-Klimarahmenkonvention. Sie finden in jedem Jahr in einer anderen Stadt statt. Im Jahre 2005 tagte sie in der japanischen Stadt Kyoto. Dort trafen erstmals die Mitglieder des sogenannten Kyoto-Protokolls zusammen, das seitdem die Konferenzen ergänzt.

Das Kyoto-Protokoll ist bisher das einzige wirklich verbindliche Instrument der Vereinten Nationen. Es schreibt den Industrieländern ihre Verpflichtungen zur Emissions-Reduktion vor, muss aber regelmässig verlängert werden.

Die Reaktion der Politik verläuft schleppend und für viele Umweltwissenschaftler viel zu langsam. Die Einführung des Emissionshandels und der Erwerb von CO2-Zertifikaten löse das Problem nicht, sie verschöben es lediglich. Das hoffnungsfrohe Schulterklopfen der federführenden Teilnehmer nach jeder neuen Klimakonferenz sei blosse Augenwischerei.

 

Der Klimawandel - Teil 1

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Der Klimawandel - Teil 8

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